Quartalszahlen
Solarworld enttäuscht Markterwartungen

Das Solarmodul- und Wafergeschäft im Ausland hat den Bonner Solartechnikkonzern Solarworld auch im dritten Quartal vorangebracht. An der Börse wurde das aber alles andere als honoriert.

HB BONN. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 67 Prozent auf 44,3 Mill. Euro gestiegen, teilte Solarworld am Montag mit. Wegen hoher Sondererträge im vergangenen Jahr stand unter dem Strich aber ein auf 30,6 (Vorjahreszeitraum: 63,3) Mill. Euro mehr als halbierter Nettogewinn. Damals hatte die Erstkonsolidierung des Sonnenenergiegeschäfts von Shell den Gewinn allein um 54 Mill. Euro anschwellen lassen.

Solarworld hatte 2006 den Großteil des Solargeschäftes von Shell mit Werken unter anderem in den USA übernommen und will damit weltweit zur Nummer drei in der Solarstromtechnik hinter Sharp und BP aufsteigen.

Der Umsatzanstieg lag im dritten Quartal mit 16 Prozent auf 164,6 Mill. Euro noch unter der Zielmarke von 20 Prozent für das Gesamtjahr. Vorstandschef Frank Asbeck bekräftigte aber die Erwartungen und bezeichnete sie als „traditionell konservativ“. Wie der Umsatz soll auch der bereinigte operative Gewinn (2006: 118 Mill. Euro) um mindestens 20 Prozent steigen.

An der Börse wurde die Umsatz- und Gewinnentwicklung im Quartal mit Abschlägen bestraft. Solarworld-Aktien führten mit einem Minus von zeitweise über vier Prozent auf 44,15 Euro die Verliererliste im TecDax an. Analysten hielten das für überzogen. Sie sahen ihre Gewinnerwartungen übertroffen. Der Umsatzanstieg werde sich bis zum Jahresende wieder ausgleichen, sagte ein Experte von UBS. Die WestLB hob ihr Kursziel auf 50 Euro von 47 Euro an.

Asbeck kündigte eine stärkere Anhebung der Dividende als bislang üblich an. „Wir wollen dieses Jahr nicht geizen“, sagte er. Bisher hatte Solarworld regelmäßig für jede verdiente Million Euro einen Cent je Aktie gezahlt. Für 2006 hatten die Aktionäre nach der Ausgabe von Gratisaktien zehn Cent je Anteilsschein erhalten.

Das Wachstumstempo werde in den kommenden Jahren zunehmen, zeigte Asbeck Zuversicht. Solarworld habe keine Engpässe bei dem wichtigen Rohstoff Silizium, und die Nachfrage vor allem aus dem Ausland nehme stetig zu. Bis 2009 will Solarworld eine Milliarde Euro Umsatz erreichen. 2006 waren es 515 Mill. Euro.

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