Quartalszahlen
Solarworld rutscht immer tiefer in die Krise

D er einstige Branchenprimus leidet unter dem Preisverfall in der Branche. Solarworld verbuchte in den ersten neun Monaten trotz Absatzsteigerungen einen Umsatzeinbruch und Verluste. Konzernchef Asbeck will gegensteuern.
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BonnFür Solarworld sieht es angesichts des Preisverfalls in der Branche düster aus: Der Solarkonzern steckt tiefer in den roten Zahlen als von Experten erwartet. Solarworld-Chef Frank Asbeck machte am Mittwoch wenig Hoffnung auf rasche Besserung. Nach einem Umsatzeinbruch und unerwartet hohen Verlusten im dritten Quartal kündigte er für das Gesamtjahr nicht nur einen deutlichen Rückgang der Erlöse sondern auch einen deutlichen operativen Verlust an. Er will mit weiteren Kostensenkungen und Stellenabbau gegensteuern. Zudem warnte Asbeck vor einem weiteren Rückgang der liquiden Mittel, falls es zu Projektverzögerungen komme. Bis Ende September waren sie um 60 Prozent auf 232,2 Millionen Euro gefallenen.

Asbeck beklagte neben dem anhaltenden Preisverfall, dass sich das Dachanlagengeschäft im dritten Quartal nicht belebt habe. Das Angebot habe die Nachfrage bei weitem überstiegen, die Produktion in Deutschland und den USA sei nicht ausgelastet gewesen. Im Aktionärsbrief versprach er den Anteilseignern aber: "Wir werden alles dafür tun, dass Solarworld die schwierige Konsolidierungsphase übersteht."

Im dritten Quartal brachen die Erlöse um 40 Prozent auf 128,8 Millionen Euro ein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel mit 45,8 Millionen Euro deutlich negativ aus nach einem Gewinn von knapp 20 Millionen vor Jahresfrist. Unter dem Strich lag der Verlust bei 69 (Vorjahr: minus 10,9) Millionen Euro und damit fast 20 Millionen höher als von Analysten erwartet. Die Anleger reagierten denn auch enttäuscht: Die ohnehin gebeutelte Aktie notierte mit 1,18 Euro über vier Prozent im Minus.

Mit dem sich abzeichnenden Fehlbetrag im laufenden Jahr würde der einstige Branchenprimus bereits das zweite Mal in Folge einen Jahresverlust ausweisen. 2011 hatte der Konzern bereits bei einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro einen operativen Verlust (Ebit) von 233 Millionen Euro verbucht.

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Quartalszahlen: Solarworld rutscht immer tiefer in die Krise"

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  • @Solarfuchs
    Die abgeschriebenen Kernkraftwerke produzieren die Kwh für 2ct! Die Solarabzocker bekommen mind. das zehnfache (also 20ct) von uns Stromverbrauchern gezahlt und das auf 20 Jahren garantiert und egal ob der Strom jetzt gebraucht wird oder nicht. Ein Abzocksystem auf Kosten der deutschen Endverbraucher. Das EEG ist ein Wohlstandsvernichtungsgesetz zum Schaden den Deutschen Volks und Zum Wohl einiger reichen Abzocker!

  • 380 Milliarden Förderung für die Atomkraft sprechen ja wohl für sich. Bei ungelöster Frage der Endlagerung des Atommülls.
    Mein Tipp: Erst einmal sachkundig machen und dann schreiben ;-)

  • Zeit wird es, dass diese Abzocker an der Allgemeinheit der Stromendverbraucher von der Bildfläche verschwinden. Um so schneller um so besser. Der marktwirtschaftliche Wettbewerb wird sich zum Schluss immer über staatliche Schutz-und Subventionsgesetze (EEG) hinwegsetzen.

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