Quartalszahlen
Thyssen-Krupp hat mitten im Boom Probleme

Thyssen-Krupp hat im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2004/05 von den hohen Stahlpreisen profitiert und seinen Gewinn gesteigert, ist damit aber hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben.

HB DÜSSELDORF. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wuchs der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern und Anteilen Dritter (EBT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 95 Mill. auf 445 Mill. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem EBT von 498 Mill. Euro gerechnet. Beim Umsatz legte der Konzern um 12 % auf 10,5 Mrd. Euro zu und traf die Prognosen der Analysten damit genau.

Dass der Gewinn nicht höher ausfiel, begründete der Konzern einerseits damit, dass er die gestiegenen Erz- und Stahlpreise bisher nicht vollständig an die Kunden weiter gegeben hat. Im Stahlgeschäft betrug der Gewinnzuwachs 91 Mill. Euro auf 344 Mill. Euro, er entsprach damit dem Wert für den Gesamtkonzern.

Außerdem räumte Thyssen-Krupp massive Probleme in seiner Sparte Automotive ein. Der Vorsteuer-Gewinn in dem Bereich sei von 62 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum auf 12 Mill. Euro geschrumpft, weil die Sparte in den USA rote Zahlen schreibe. Wegen mangelnder Auslastung sei die Produktivität gesunken, wobei die Personalausgaben für Pensionen und Gesundheitsfürsorge gestiegen seien. Thyssen-Krupp erklärte, im US-Geschäft seien weitere Restrukturierungen zu erwarten. Die Kosten bezifferte der Konzern auf unter 100 Mill. Euro.

Für das bis Ende September laufende Gesamtjahr bekräftigte Thyssen-Krupp seine Ertragsprognose. Beim Vorsteuer-Ergebnis solle das Niveau des Vorjahres übertroffen werden, wobei Effekte aus Verkäufen von Beteiligungen und Restrukturierungsschritten nicht berücksichtigt würden. Beim Umsatz peilt der Konzern 41 Mrd. Euro an.

Die Anleger bestraften Thyssen-Krupp für die Quartalszahlen mit massiven Verkäufen. Gegen 10.30 Uhr lag die Aktie als Dax-Schlusslicht mit 2,7 % im Minus. Die Analysten der Hypovereinsbank stuften das Papier gar von "Buy" auf "Outperform" herunter.

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