Quartalszahlen überzeugen
Pharmabranche trotzt der Krise bisher

Letzte Woche bewies es Johnson & Johsnon, gestern Novartis und heute Roche: Die Pharmabranche legt trotz der Konjunkturabkühlung solide Zahlen vor. die Frage ist wie lange noch. Mehr dazu in einem Interview mit dem Branchenexperten Peter Lugauer von der Dresdner Bank.

Herr Lugauer, die Novartis-Zahlen waren ein Beleg dafür, dass die Pharmabranche die Konjunkturabkühlung offenbar sehr gut übersteht. Woran liegt das?

„Generell profitiert die Branche von relativ konjunkturunabhängigen Rahmenbedingungen. Entweder werden Therapien und deren Kosten durch die Versicherungsstruktur weitgehend gedeckt bzw. sparen Konsumenten erst sehr spät an Medikamenten im Vergleich zu sonstigen Konsumausgaben.“

Mit welchen Probleme kämpft die Branche?

„Die Pharmaindustrie wird vor allem durch die bekannten Patentausläufe in den kommenden Jahren mit der immer schwierigeren bzw. kostspieligeren Suche nach neuen Medikamenten herausgefordert. Zudem sind Budgetplanungen öffentlicher Haushalte hinsichtlich der Gesundheitsausgaben bereits stark strapaziert, weshalb die Branche immer wieder restriktivere Einschnitte verkraften muss.“

Heute legt Roche Zahlen vor. Wie sind die Schweizer derzeit positioniert?

„Roche steht im Vergleich mit den Wettbewerbern in einem eigenen Zyklus und wird kommende Patenthürden am überzeugendsten meistern. Außerdem ist durch die ständig steigende Verzahnung von Diagnostik/Früherkennung bis hin zur überlegenen Krebstherapie ein langfristiger Marktführer entstanden, welcher dadurch auch im Bereich Individualmedizin in einigen Jahren die Nase vorne haben dürfte.“

Und wie bewerten Sie Pfizer?

„Pfizer ist das genaue Gegenteil zu Roche und steht nach dem Patentauslauf vom Cholesterinsenker Lipitor Ende 2011 vor signifikanten Herausforderungen. Die umfangreiche, jedoch qualitativ fragwürdige Pipeline wird die drohende Umsatzlücke kaum schließen können. Insofern erwarten wir größere Akquisitionen in absehbarer Zeit. Andererseits ist die Aktie sehr günstig bewertet und hat eine sehr hohe Dividendenrendite.“

In welchen Bereichen sehen Sie für die Zukunft die größten Wachstumspotentiale? Einige Hersteller wie Novartis, Glaxo Smithkline oder Sanofi-Aventis setzen ja inzwischen verstärkt auf rezeptfreie Generika.

„Wir sind der Auffassung, dass es die größten Wachstumspotentiale vor allem bei Medikamenten zur erfolgreichen Therapie von schweren bzw. chronischen Krankheiten gibt, also Mehrwert-Therapien, vor allem bei Krankheiten mit derzeit geringen Heilungschancen. Erfolgsversprechend sind vor allem mehrere Medikamente zur Behandlung diverser Krankheits-Stufen inklusive Früherkennung in einem Therapiefeld. Generika sind ergänzend dazu vor allem in dem Schwellenländern bzw. in Nischen aussichtsreich. Mittelfristig dürften auch Biogenerika ein lohnendes, da margenstärkeres Geschäft sein.“

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