Quartalszahlen
US-Konzerne: Schwacher Umsatz, starke Cash-Flows

Wie stark ist „Corporate America“ von der tiefsten Rezession seit Generationen betroffen? Zwar haben die von den zahlreichen US-Schwergewichten vorgelegten Quartalszahlen viele Analysten überrascht. Nach der „Woche der Wahrheit“, fällt die Bilanz insgesamt jedoch durchwachsen aus.

BOSTON. Zwar haben die meisten Firmen die Analystenerwartungen deutlich übertroffen, doch die sind vor Monaten auch massiv nach unten revidiert worden. Man werde dieser Tage schon zum Gewinner, wenn man nur einen Cent verlöre, während die Finanzwelt den Verlust eines Dime (zehn Cent) erwarte, sagte Analyst Howard Silverblatt von Standard & Poor's.

Die Erlösentwicklung bereitet den US-Konzernen unverändert die größten Sorgen. Wer zwischen Ost- und Westküste nach Umsatzwachstum fahndet, muss schon im staatlich geförderten Bankensektor suchen – oder bei Ausnahmefirmen wie Apple und Google, deren globaler Erfolgszug unbeeindruckt von den Wirren der Krise weitergeht.

Zwar erwartet die Mehrzahl der Ökonomen, dass die US-Wirtschaft seit dem Spätsommer 2009 wieder wächst und die Phase der Rezession damit vorbei ist. Sieben von zehn Branchen im Börsenindex S&P 500 weisen jedoch auch im dritten Quartal weiterhin Einbußen bei Umsatz und Ergebnis aus.

Viele Unternehmen haben auf die lange Flaute mit rigorosen Sparmaßnahmen reagiert. Vor allem auf Personalseite haben sie sich weiter verschlankt. Das Ergebnis der Entlassungswellen hat zwei Seiten: Während sich die steigende Arbeitslosigkeit zum zentralen Problem auf der sogenannten „Main Street“ auswächst, jubelt die Wall Street angesichts der ordentlichen Gewinnentwicklung.

Aus Investorensicht zeigen sich Amerikas Vorzeigefirmen gewohnt reaktionsschnell und erstaunlich robust. Zwar hat die US-Regierung über zentrale Krisenbranchen – vor allem Finanzen, Immobilien und die Autoindustrie – einen riesigen staatlichen Schutzschirm gespannt und damit die Erholung vieler anderer Industriezweige erst ermöglicht. „Corporate America“ sei aber im Kern gesund und müsse jenseits von AIG, General Motors und Citigroup nicht sehr viele „Zombie-Firmen“ durch die Krise schleppen, betonte Nariman Behrawesh, Chefökonom des Prognose-Instituts IHS, auf einer hochrangig besetzten Konferenz in Boston. Er verwies insbesondere darauf, dass sich die Cashflows zahlreicher Unternehmen in der Nähe ihrer Rekordstände befänden.

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