Quartalszahlen von Daimler-Chrysler
Zetsche gewinnt Vertrauen zurück

Daimler-Chef Dieter Zetsche ist ein Überraschungscoup gelungen. In den vergangenen Wochen hatte der Konzernlenker so tief gestapelt, dass die Märkte nach einer deftigen Gewinnwarnung im September mit dem Schlimmsten rechneten. Doch der an der Börse erwartete Rutsch in die Verlustzone sowie eine neue Gewinnwarnung blieben aus.

FRANKFURT. Als der deutsch-amerikanische Autokonzern am Mittwoch seine Zahlen für das dritten Quartal vorlegte, übertraf er deutlich die Erwartungen der Analysten – zur sichtbaren Erleichterung des Aktienmarktes. Die Daimler-Chrysler-Aktie zählte gestern zu den Tagesgewinnern im Dax und legte zeitweise um mehr als vier Prozent zu. „Die Zahlen sind Spitze“, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion.

Zetsche gelang damit eine positive Überraschung, die seine zuletzt angekratzte Reputation am Finanzmarkt wieder stärkt. Dem Konzernlenker ist gelungen, was kaum mehr ein Analyst für möglich gehalten hatte: Trotz der Probleme der US-Sparte und sinkender Erträge bei der Beteiligung EADS erneuerte Daimler seine Gewinnprognose für das laufende Jahr von fünf Mrd. Euro.

Die Mehrheit der Experten hatte die Ergebnisvorhersage des Autokonzerns zuletzt massiv angezweifelt und einen niedrigeren Gewinn als im Krisenjahr 2005 vorhergesagt. Im Durchschnitt rechneten die Analysten damit, dass der weltweit fünftgrößte Autobauer 2006 nur einen Betriebsgewinn von 4,86 Mrd. Euro ausweisen werde.

Der Konzern hatte wegen der Probleme bei der Tochter Chrysler in den USA bereits Mitte September die Märkte schockiert, als er seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch von sechs auf fünf Mrd. Euro kappte – nach einem operativen Ergebnis von 5,2 Mrd. Euro im Vorjahr. Die US-Sparte Chrysler, die von Zetsche bis zum Herbst 2005 selbst geleitet wurde, wird danach in diesem Jahr rund eine Mrd. Euro Verlust einfahren. Die US-Tochter steht damit wieder einmal vor einer Sanierung: „Wir schließen nichts aus. Wir müssen nachhaltig mit Chrysler profitabel werden“, sagte Finanzchef Bodo Uebber. Die Analyse der Schwachstellen sei noch nicht abgeschlossen.

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