Quartalszahlen
Wacker Chemie mit düsterer Prognose

Breit aufgestellt ist Wacker Chemie allemal. Und dennoch ist der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern äußerst vorsichtig beim Blick in die Zukunft. 2009 werde es einen kräftigen Abschwung geben. Eigentlich macht nur noch eine Sparte Freude.

HB MÜNCHEN. Die Vorjahreswerte dürften sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA) "deutlich" unterschritten werden, sagt Wacker Chemie. Bisher war nur allgemein von Rückgängen gesprochen worden. Wie stark der Rückgang ausfalle, hänge von der weiteren Nachfrage- und Preisentwicklung in den Abnehmerbranchen ab. Im ersten Quartal federten ein starkes Polysilicium-Ggeschäft sowie Kostensenkungen die Umsatz- und Ergebnisrückgänge überraschend stark ab.

Dem Traditionsunternehmen aus München machte vor allem der Nachfrageeinbruch in der Bau-, Automobil- sowie insbesondere in der Halbleiterindustrie zu schaffen. Die Siliziumscheibensparte Siltronic rutschte mit einem operativen Verlust von 60 Mio. Euro tief in die Verlustzone. Robust zeigte sich nur das Geschäft mit Silicium für die Solarindustrie.

Hier sorgte auch der Kapazitätsausbau für einen kräftigen Schub. Insgesamt schnitten die Münchner zu Jahresbeginn trotz kräftiger Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis besser als erwartet ab. Analysten hatten wegen der Krise mit noch schärferen Einbrüchen gerechnet. Das EBITDA sank im ersten Quartal um 46 Prozent auf 157,8 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 14,4 Prozent auf 872,5 Mio. Euro zurück. Der Gewinn schrumpfte von 130,6 Mio. Euro auf 5,5 Mio. Euro.

Wacker befinde sich angesichts der weltweiten Rezession nach Jahren des Wachstums in einer Phase gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl laut Mitteilung. Ob die Weltwirtschaft 2010 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehre, sei derzeit nicht absehbar. Daher lasse sich keine verlässliche quantitative Prognose für die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr treffen. Die Kosteneinsparungen, mit denen die Folgen der Krise auf das eigene Unternehmen begrenzt werden sollen, zeigten Wirkung. Darüber hinaus seien die wichtigen Megatrends, von denen der Konzern profitiere, nach wie vor intakt. Deshalb zeigte sich Staudigl langfristig weiterhin optimistisch. 2009 werde aber "kein einfaches Jahr" werden.

Am Finanzmarkt war die erste Reaktion positiv. Ein Händler wies darauf hin, dass das höher als erwartete EBITDA den vorsichtigeren Ausblick auf das laufende Jahr aufwiegen sollte. Die Aktien legten vorbörslich um 3,36 Prozent auf 68,28 Euro zu.

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