Quartalszahlen
Wacker Chemie senkt Prognose für 2011

Der Chemiekonzern Wacker spürt erste Anzeichen einer schwächeren Konjunktur. Trotz höherer Absatzmengen verdiente das Unternehmen bereits im dritten Quartal deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Auch fürs Gesamtjahr dämpft der Hersteller die Erwartungen.
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MünchenDer Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern Wacker Chemie hat seine Prognose für 2011 leicht gesenkt. Der Umsatz werde voraussichtlich bei rund fünf Milliarden Euro liegen, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Bisher hatte Wacker-Chef Rudolf Staudigl mehr als fünf Milliarden Euro angepeilt. Als Grund für die Rücknahme der Prognose gab das Unternehmen die schwächere Konjunktur und gestiegene Rohstoffkosten an.

Trotz höherer Absatzmengen verdiente Wacker bereits im dritten Quartal deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte zwischen Juli und September um knapp ein Prozent auf 1,28 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich erwirtschaftete Wacker einen Gewinn von 125 Millionen Euro nach 156 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2010. Das vierte Quartal werde ebenfalls schwächer ausfallen als erwartet, sagte Staudigl.

Vor allem Ausgangsstoffe wie Ethylen und Siliziummetall seien teurer geworden, teilte das Unternehmen mit. Zudem hätten Vorlaufkosten für die Inbetriebnahme der Polysiliziumproduktion im sächsischen Nünchritz das Ergebnis gemindert. Der Stoff ist vor allem für die Herstellung von Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad nötig.

Gleichzeitig sanken die Preise für Polysilizium, und in der Wacker-Halbleitersparte gingen die Bestellungen der Kunden wider Erwarten zurück. Die Auslastung der Produktionskapazitäten sei deshalb ebenfalls gesunken, teilte das Unternehmen mit. Dabei hatte Wacker gerade in die Halbleiter-Sparte nach der Katastrophe in Japan große Hoffnungen gesetzt. Die japanischen Halbleiterhersteller hätten ihre Anlagen schneller als zunächst erwartet wieder in Betrieb nehmen können, konstatiert die Unternehmensführung. Dadurch habe sich die Liefersituation auf dem Weltmarkt inzwischen wieder normalisiert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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