Quartalzahlen
Conergy beruhigt die Märkte

Nach dem drastischen Kursverfall haben sich die Anleger am Montag wieder Conergy-Aktien ins Depot gelegt. Die Titel des ins Schlingern geratenen Solaranlagenbauers kletterten deutlich. Neben den am Montag vorgelegten Quartalszahlen gibt es dafür zwei weitere Gründe.

HB FRANKFURT. Der Solaranlagenbauer Conergy hat bestätigt, im Gesamtjahr einen Umsatz von mehr als einer Mrd. Euro zu erwarten, nachdem der Konzern bis Ende Oktober Einnahmen von 1,25 Mrd EUR angekündigt hatte. Beim Ebit erwartet der Vorstand 40 Mill. Euro. Dagegen stehen erwartete Risiken von 30 bis 50 Mill. Euro. Das Konzernergebnis wird daher – wie mit der Gewinnwarnung im Oktober angekündigt – im negativen Bereich gesehen.

Die erwarteten Risiken von 30 bis 50 Mill. Euro betreffen Risiken beim Fortschritt von Großprojekten, aus Währungssicherungsgeschäften sowie erwartete Effekte aus der Abwertung von Vorräten und Forderungen.

Die Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2008 sollen nach Abschluss des Geschäftsjahres 2007 "aktualisiert“ werden, teilte das Tec-Dax-Unternehmen nun mit. Bislang hat Conergy angekündigt, im Jahr 2008 etwa 1,8 Mrd. Euro erlösen zu wollen.

Conergy ist im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Wegen Lieferverzögerungen bei Modulen sowie gestiegener Personalkosten sei für die Monate Juli bis September ein Verlust von rund zehn Mill. Euro angefallen, teilte die Conergy AG am Montag bei der Vorlage endgültiger Quartalszahlen mit. Im Jahr zuvor hatte Conergy in dem Quartal noch einen Gewinn von 2,67 Mill. Euro ausgewiesen. Das Konzernergebnis soll 2007 insgesamt negativ ausfallen.

Der Umsatz erhöhte sich in den ersten neun Monaten um 67 Prozent auf rund 641 Mill. Euro, im dritten Quartal stieg er von rund 140 Mill. auf 223 Mill. Euro. Um eine Krise abzuwenden, gab es bereits eine Kapitalerhöhung. An der Vorstandsspitze erfolgt zum 15. November ein Wechsel. Vorübergehend wird dann Ex-Tchibo-Chef Dieter Ammer den Vorstandsvorsitz von Hans-Martin Rüter übernehmen.

Das Unternehmen sieht trotz der jüngsten Gewinnwarnung seine grundlegenden Wachstumstreiber als intakt an. Die Nachfrage sei ungebrochen, und der Markt für Erneuerbare Energien werde wachsen. Ziel von Conergy müsse es jedoch sein, Effizienz und Ertragsstärke zu verbessern, und zwar durch die strategische Fokussierung auf profitable Geschäftsgebiete.

Die Vorräte und Forderungen von Conergy seien zu hoch. Der Belastung durch Lieferuntreue einiger Partner sei mit einem Vertrag über die langfristige Lieferung von Siliziumwafern begegnet worden. Ein Maßnahmenprogramm zur Fokussierung auf Effizienz sollen Planbarkeit, Zuverlässigkeit und Profitabilität verbessern. Es seien zudem Projekte zur Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation gestartet worden.

Die Aktie legte am Montag zeitweise um knapp 9 Prozent auf 29,64 Euro zu. Für das Plus gibt es nach Aussage aus dem Handel drei Gründe: Die am Morgen vorgelegten endgültigen Zahlen enthielten keine negativen Überraschungen, Lehman hat den Wert mit einem Kursziel von 33 Euro aufgenommen und die Aktie sei mit dem Kursrutsch deutlich überverkauft. "Wir sehen eine Erholung auf die Kursverluste aus den vergangenen Tagen“, sagte ein Händler.

Conergy hatte vor gut zwei Wochen seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2007 nach unten korrigiert und die damals bei 53 Euro notierende Aktie auf Talfahrt geschickt.

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