Querelen im Aufsichtsrat im Fokus
Fresenius bestätigt Prognosen

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr und die mittelfristigen Ziele bekräftigt. Die Hauotversammlung wurde von der Diskussion über die Fehden im Aufsichtsrat überschattetet.

dpa-afx FRANKFURT. Der Gesundheitskonzern Fresenius hat auf der von der Diskussion über die Fehden im Aufsichtsrat überschatteten Hauptversammlung seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr und die mittelfristigen Ziele bekräftigt. "Alle Unternehmensbereiche sind im Plan und gut aufgestellt, ihre Ziele für 2008 zu erreichen", sagte Vorstandschef Ulf Schneider am Mittwoch in Frankfurt. 2008 erwartet Fresenius beim Umsatz währungsbereinigt ein Plus von acht bis zehn Prozent und beim Jahresüberschuss einen Anstieg von zehn bis 15 Prozent.

Aktionärschützer lobten zwar die Geschäftsentwicklung der im MDax notierten Fresenius SE, kritisierten jedoch die in der Presse ausgetragenen Querelen im Aufsichtsrat. Gegenstand von Gegenanträgen waren die Mandatsvergabe für Rechtsberatung und die nicht erneute Nominierung von Gabriele Kröner, Mitglied der Gründerfamilie, für den Aufsichtsrat.

"An den vorgelegten Zahlen gibt es nichts zu meckern", sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Kritik äußerte Nieding jedoch an der Schlammschlacht im Aufsichtsrat: "Was wir überhaupt nicht mögen, sind öffentlich ausgetragene Querelen im Aufsichsrat." Anlass der Kritik ist die Auseinandersetzung zwischen Gabriele Kröner und der Else Kröner-Fresenius-Stiftung über die Beendigung der Tätigkeit von Gabriele Kröner im Vorstand der Stiftung und die angebliche Bevorzugung der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Schenk ist Partner dieser Kanzlei.

Der Aufsichtsratschef und ehemalige Fresenius-Chef, Gerd Krick, widersprach den Vorwürfen: "Die Sozietät Nörr Stiefenhofer Lutz ist vom Fresenius-Konzern in keiner Weise bevorzugt mandatiert worden." Dies sehe man daran, dass der Anteil der Sozietät an den Rechtsberatungskosten des Fresenius-Konzerns nur 2,3 Prozent der gesamten Beratungshonorate ausmache.

Gabriele Kröner ist die Tochter von Hans Kröner, dem Ehemann der Fresenius-Erbin Else Kröner und langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft. Bis vor kurzem war Gabriele Kröner eine von zwei Vorständen der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, die 60 Prozent der Stammaktien an dem Konzern hält. Der stellvertretende Aufsichtsratchef der Fresenius SE und der zu Fresenius gehörenden Fresenius Medical Care (FMC), Schenk, ist im Nominierungsausschuss für den Aufsichtsrat, und zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Stiftung.

Der Aufsichtsrat hatte Gabriele Kröner nicht mehr zur Wiederwahl in das AR-Gremium vorgeschlagen. Dagegen sind Roland Berger, Gründer der Unternehmensberatung und Klaus Müller, -Peter Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank, zur Wahl in den Aufsichtsrat nomminiert.

Fresenius erwarte auch über das Geschäftsjahr 2008 hinaus weiteres profitables Wachstum: Bis 2010 will Fresenius SE einen Umsatz von 15 Mrd. Euro erreichen. Auch die Ebit-Marge soll 15 Prozent betragen.

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