Rabattschlachten bremsen Autobranche
GM schneidet im zweiten Quartal besser ab als Ford

Die Erträge der Automobilindustrie geraten weltweit zunehmend unter Druck. Ein Großteil der Probleme sind jedoch hausgemacht.

hof FRANKFURT. Die Erträge der Automobilindustrie geraten weltweit zunehmend unter Druck. Nach dem Branchenzweiten Ford hat gestern auch der Weltmarktführer General Motors (GM) einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal 2003 bekannt gegeben. Verantwortlich dafür sind die mangelnde Nachfrage und der daraus resultierende Preiskrieg auf dem US-Markt. Auch die in der kommenden Woche anstehenden Quartalsergebnisse von Daimler-Chrysler und Volkswagen werden nach Einschätzung von Branchenexperten schwach ausfallen. Daimler-Chrysler hat für seine US-Sparte Chrysler bereits operative Verluste von einer Mrd. Dollar, VW ein schwächeres Ergebnis als im Vorjahr angekündigt.

Während bei General Motors im zweiten Quartal der Vorsteuergewinn im Autogeschäft von 1,1 Mrd. Dollar im Vorjahr auf 140 Mill. Dollar geschrumpft ist, hat Ford von April bis Juni sogar fast überhaupt nichts mehr mit Autos verdient. Lediglich die Finanzierungstöchter lassen die Ergebnisse der Konzerne noch erträglich erscheinen.

Überkapazitäten und Preisdruck

Wegen der Überkapazitäten und des anhaltend hohen Preisdrucks sah General Motors sich gezwungen, den Kunden im Juni einen Rabatt von durchschnittlich fast 4 000 Dollar pro Fahrzeug zu gewähren. Ford räumte 3 711 Dollar und Chrysler 3 496 Dollar Nachlass ein. „Wir leben seit Jahren auf einem deflationären Markt“, klagt GM-Entwicklungschef Bob Lutz.

Die Töchter von General Motors und Ford in Europa entwickeln sich allerdings höchst unterschiedlich. Während für die GM-Töchter Opel und Saab nach hohen Verlusten im Vorjahr die Gewinnschwelle im zweiten Quartal wieder in greifbare Nähe gerückt ist, sind Fords Verluste in Europa im gleichen Zeitraum auf gut 0,5 Mrd. Dollar gestiegen. „Wir sind in Europa auf dem richtigen Weg“, sagte GM-Chef Rick Wagoner. Ford hingegen bezeichnete die Entwicklung als „unakzeptabel“.

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