Rabattverträge mit der AOK
Zwergenaufstand am Pharmamarkt

Seiteneinsteiger wie Teva wollen dank Rabattverträgen mit der AOK Marktanteile auf dem deutschen Generikamarkt gewinnen. Zusätzlichen Schwung für ihre Lieferverträge erhoffen sich die Arzneihersteller von einer Gesetzesänderung, die im Zuge der Gesundheitsreform am 1. April in Kraft tritt.

FRANKFURT. Das deutsche Gesundheitswesen steht vor einem Paradigmenwechsel. Dieser Meinung ist zumindest Michael Ewers, der das deutsche Geschäft des israelischen Pharmakonzerns Teva Pharmaceuticals verantwortet. „Über die Rabattverträge sind erstmals die Kassen statt der Ärzte die Verhandlungspartner von uns Herstellern“, sagte Ewers dem Handelsblatt.

An sich sind Rabattverträge zwischen Arzneiherstellern und Kassen nicht neu. Schon 2004 gab der Gesetzgeber den Kassen dieses Instrument in die Hand, um ihre Arzneiausgaben zu senken. Auch Teva Deutschland hat bereits über 70 Rabattverträge abgeschlossen. „Alles Papiertiger, weil die Marktanteile der Kassen so klein waren“, sagte Ewers.

Doch der Rabattvertrag, den Teva und zehn andere eher unbekannte Hersteller zuletzt mit der AOK schloss, hat ein anderes Kaliber. Denn der Vertrag ist für alle 16 AOK-Landesverbände bindend. Ihr Marktanteil bei den Versicherten liegt bei fast 40 Prozent.

Zusätzlichen Schwung für ihre Lieferverträge erhoffen sich die Hersteller von einer Gesetzesänderung, die im Zuge der Gesundheitsreform am 1. April in Kraft tritt. Künftig sind die Apotheker verpflichtet, auch tatsächlich das rabattierte Medikament auszuhändigen und nicht ein teureres Konkurrenzprodukt – es sei denn, auf ausdrückliches Verlangen des Arztes.

„Das wird am Thron der großen Drei rütteln“, sagt Ewers. Die großen Drei der Generika-Branche sind Hexal, Ratiopharm und Stada. Die Hersteller mit deutschen Wurzeln hätten die besten Plätze in den Apothekenregalen gebucht. Hinter den Marken stehen die Konzerne Novartis, Merckle und Stada mit einem Marktanteil von über 60 Prozent.

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