RAG will 2004 wieder Gewinn erwirtschaften
RAG schafft neuen Energieriesen mit RWE

Der Essener RAG-Konzern hat seine zweimonatige Suche nach einem Partner für das deutsche Strom- und Gasgeschäft erfolgreich beendet: Die RWE AG werde sich mit 25 bis 35 % an der RAG- Tochter Steag beteiligen, sagte Vorstandschef Werner Müller auf der Bilanzpressekonferenz.

DÜSSELDORF. RAG wollte den Kraftwerksbauer und -betreiber Steag ursprünglich verkaufen. Nun aber soll um den Konzern das neue Kerngeschäft Energie aufgebaut werden. Dazu will Müller bis Anfang 2005 die deutschen Aktivitäten der Steag mit dem Energiegeschäft (Kraftwerke, Ferngas) der Tochter Saarberg zusammenführen. Die „neue Energiesäule“, wie Müller sie nennt, wird der fünftgrößte deutsche Energiekonzern sein und rund 8 % der Stromerzeugung abdecken.

Müller hat einen in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Deal ausgehandelt: RWE bezahlt, wie es in RAG-Kreisen heißt, den Kaufpreis in Form eines sofort abrufbaren, zinslosen Kredits über 400 Mill. Euro mit dreijähriger Laufzeit. RAG-Großaktionär RWE (30 %) ist schon jetzt wichtigster Kunde der Steag und nimmt gut vier Fünftel des erzeugten Stroms ab.

Steag hat die Genehmigungen für den Neubau neuer Steinkohlekraftwerke in der Tasche, die RWE wegen des beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie gut gebrauchen kann. Die beiden ausländischen Konkurrenten Electrabel aus Belgien oder Gaz de France, die ebenfalls bei der Steag einsteigen wollten, kommen auf dem deutschen Strommarkt nicht zum Zuge. Schließlich erzielt die RAG auch noch einen guten Preis für Steag. Müllers ursprüngliche Preisvorstellung lag bei rund 300 Mill. Euro.

„Die Deutschland AG lebt“, kommentierte ein Unternehmensberater die Beteiligung von RWE an Steag. Ein anderer Branchenkenner relativiert die „nur auf dem Papier starke Position“ der RAG-Energietochter: „Im Gegensatz zu Eon, RWE, Vattenfall und EnBW fehlen der Steag die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung.“ Wie profitabel die Steag sein werde, hänge von den Stromlieferungsverträgen ab. Die bestehenden Kontrakte mit RWE laufen 2008 aus.

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