Rahmenvertrag zur Restrukturierung steht – Werksschließungen sollen vermieden werden
GM saniert Opel ohne Entlassungen

Der US-Autokonzern General Motors (GM) will sein defizitäres Europageschäft mit der Tochtergesellschaft Opel ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen sanieren.

hz FRANKFURT. Auf eine entsprechende Rahmenvereinbarung haben sich das Management von GM Europa und die europäische Arbeitnehmervertretung geeinigt, wie der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Mittwoch in Rüsselsheim mitteilte. Außer Opel zählen auch der Hersteller Saab und die britische Marke Vauxhall zu GM in Europa.

Am Donnerstag will Franz der Belegschaft die konkrete Umsetzung für die Opel-Standorte bekannt geben. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Restrukturierung sozialverträglich zu gestalten und für die Zukunft faire Bedingungen für die Vergabe von Produktionskapazitäten in Europa zu erreichen“, sagte Franz zu der getroffenen Rahmenvereinbarung. Beide Seiten einigten sich auch auf erste Schritte, wie die GM-Werke in Europa künftig besser ausgelastet werden könnten.

Franz ergänzte, die Vertragsparteien hätten sich darauf verständigt, nicht nur einseitig Kosten zu senken, sondern auch über verstärkte Marketing- und Verkaufsaktivitäten in Europa den Erfolg im europäischen Wettbewerb zu suchen. GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster hatte am Vortag auf einer Handelsblatt-Tagung innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 45 neue Automodelle und Varianten angekündigt.

Um Entlassungen bei Opel zu vermeiden, haben die Verhandlungspartner ein Paket geschnürt, das am Dienstag dem GM-Verwaltungsrat in den USA vorgelegt und einen Tag später vom Opel-Betriebsrat beraten worden war. Im Mittelpunkt der Teillösung steht die Einrichtung von Beschäftigungsgesellschaften, in denen die Mitarbeiter zunächst zwei Jahre lang 95 Prozent der bisherigen Bezüge erhalten und für andere Jobs umgeschult werden.

Weitere Stellen werden über Frühverrentung und Outsourcing gestrichen. Die Auffanggesellschaften sollen noch in diesem Jahr gegründet werden; durch gesetzliche Änderungen verschlechtern sich im Jahr 2005 die Konditionen für staatlich geförderte Auffanggesellschaften. Nach Berechnungen im Unternehmen kosten die Personalkürzungen GM mehrere 100 Mill. Euro mehr als ein Sozialplan im Falle von Entlassungen.

Außer Auffanggesellschaften ist auch die Ausgliederung von unrentablen Teilbereichen wie der Lagerhaltung in Bochum sowie der Komponentenfertigung in Kaiserslautern an Zuliefererbetriebe geplant. Ein Verkauf des Werks in Kaiserslautern an Thyssen-Krupp stand bereits 2002 auf der Agenda, scheiterte damals aber an den vergleichsweise hohen Opel-Löhnen.

Der erreichte Kompromiss ist nur eine Teillösung. „Jetzt stehen weitere Fragen an. Wir fordern eine Standortsicherung für die Opel-Werke und eine Bestandsgarantie für die Arbeitsplätze bis 2010“, verlangte Franz. Dazu seien die verbleibenden Mitarbeiter zu Zugeständnissen bereit.

Die Betriebsräte verhandeln seit Oktober mit Opel-Managern über einen Sanierungsplan. Europaweit will GM die Kosten bis 2006 um jährlich mindestens 500 Mill. Euro drücken. Dabei sollen bis zu 12 000 Stellen abgebaut werden, davon allein 10 000 in Deutschland.

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