Rasanter Preisanstieg setzt Margen unter Druck - Engpässe bei Standard-Kunststoffen
Kunststoff-Verarbeiter in der Klemme

Was den Chemieriesen derzeit einen goldenen Herbst beschert, sorgt bei den Abnehmern der Branche zusehends für Verdruss: Rasant steigende Preise für wichtige Kunststoffe setzen die Margen bei den Weiterverarbeitern unter Druck.

FRANKFURT/M. Branchenkenner rechnen vor diesem Hintergrund mit einer Bereinigung, der vor allem kleinere Hersteller zum Opfer fallen könnten. „Wer nicht auf gesunden Füßen steht, wird im kommenden Jahr auf massive Probleme zusteuern“, so der Einkaufs-Manager eines großen Folienherstellers. Der Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie (GKV) spricht von einem „extremen Kostendruck“ und sieht den Sektor in der schwierigsten Phase seit vielen Jahren. Zwar werde die Branche 2004 voraussichtlich um etwa fünf Prozent wachsen. „Aber die Renditesituation ist teilweise dramatisch,“ sagt GKV-Geschäftsführer Ulf Kelterborn.

Ausgangspunkt für das Schreckens-Szenario der Verarbeiter ist die Kombination von hohen Ölpreisen und knappen Kapazitäten bei den Kunststoff-Produzenten. Diese können die eigenen Steigerungen bei den Rohstoffkosten derzeit mühelos weitergeben und gleichzeitig ihre Margen aufbessern, was Konzernen wie BASF oder Dow bereits kräftige Gewinnsteigerungen bescherte. Selbst der Kunststoff-Hersteller Basell, der lange mit Ertragsproblemen kämpfte, schreibt erstmals seit Jahren wieder durchgehend schwarze Zahlen.

Aus Sicht der Abnehmer ergibt sich dagegen ein anderes Bild: Polyethylen (PE) etwa, einer der meistverwendeten Kunststoffe verteuerte sich seit Jahresbeginn um gut 50 Prozent. Die Preise für Polypropylen (PP) stiegen um mehr als 70 % auf inzwischen gut 1 000 Euro je Tonne. Ähnlich war die Entwicklung bei PVC. Diese Standard-Kunststoffe werden zur Herstellung vieler Konsumgüter und Verpackungs-Folien verwendet. Sie kommen darüber hinaus in der Bau- und der Automobilindustrie zum Einsatz.

Zwar sind die Verarbeiter mit heftigen Preisausschlägen bei Kunststoffen durchaus vertraut. Große Sorgen bereitet indes die Aussicht auf eine längerfristige Hochpreisphase. Für das erste Quartal 2005 werden weitere Preissteigerungen um um 20 bis 30 Prozent erwartet. Lediglich bei Polystyrol zeichne sich eine Entspannung ab, so Daniel Stricker vom Marktforschungs-Unternehmen Kunststoff-Information.

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