Rasche Suche nach Käufer
Walter Bau wird aufgespalten

Das insolvente Bauunternehmen Walter Bau soll nach den Vorstellungen des vorläufigen Insolvenzverwalters aufgespalten und zum größten Teil verkauft werden. Jetzt muss schnell ein Investor gefunden werden, damit die lebensfähigen Bereiche des Baukonzerns in eine neue Gesellschaft eingebracht werden können.

HB AUGSBURG. Die lebensfähigen Bereiche des viertgrößten deutschen Baukonzerns sollten in eine neue Gesellschaft - voraussichtlich eine GmbH - eingebracht werden, für die ein Investor gesucht werde, sagte Insolvenzverwalter Werner Schneider. „Die Firma Walter Bau muss in eine verkaufsfähige Form gebracht werden.“ Die Verhandlungen mit möglichen Käufern sollten in Kürze beginnen. Betriebsratschef Karl Bauer kündigte an, die Arbeitnehmervertretung werde mit Schneider eng zusammenarbeiten und für den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen.

Die Muttergesellschaft Walter Bau-AG hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet, nachdem Gespräche über ein Rettungspaket der Banken gescheitert waren. Davon unmittelbar betroffen sind knapp 4000 der 9500 Mitarbeiter des Baukonzerns. Schneider sagte, es werde sicher noch Insolvenzen von Tochterunternehmen geben. Andere Töchter seien aber von alleine oder mit geringer Hilfe überlebensfähig. Eine australische Tochter, die Walter Construction Group Ltd, hat bereits Insolvenz angemeldet. Sie hatte mehrfach rote Zahlen geschrieben.

Schnelle Lösung mit Investor nötig

Schneider deutete an, dass Walter Bau in der heutigen Form sicher nicht bestehen bleiben werde. Die Suche nach einem Investor sei eilig, da davon auch das Erhalten neuer Aufträge und die Fortführung des Geschäfts abhingen. Die Kernbanken der Walter Bau - Deutsche Bank, BayernLB, HVB und Commerzbank - hätten Gelder „für die Kriegskasse und für den aktuellen Bedarf“ bereitgestellt, damit die Baustellen weiter betrieben werden könnten. Auf einem weiteren Treffen mit den Kernbanken in der kommenden Woche soll ein Finanzplan für das gesamte Jahr für die „fortführungswürdigen Baustellen und Betriebsteile“ vorgelegt werden.

Von einer Zerschlagung der Walter Bau wollte Schneider nicht sprechen. Er ließ offen, welche Sparten verkauft werden sollten und wer die potenziellen Investoren seien. Schneider betonte nur: „Mein Wunsch und auch die Notwendigkeit für ein sinnvolles Verfahren ist, dass wir sehr schnell einen Investor bekommen.“ Bereits vor der Insolvenz war nach Angaben aus Finanzkreisen angedacht gewesen, Walter Bau mit der Kölner Strabag-Gruppe und der Stuttgarter Züblin zusammenzuführen. An Züblin hält Walter Bau die Mehrheit. Als attraktive Bereiche gelten der Verkehrswegebau der Tochter Walter-Heilit Verkehrswegebau GmbH und die Bautechnik-Tochter Dywidag-Systems International (DSI). Dagegen waren im Schlüsselfertigbau, auf den zuletzt etwa ein Drittel der Bauleistung entfielen, bereits vor der Insolvenz erhebliche Einschnitte vorgesehen.

Nach Angaben der Deutschen Bank, die den Banken-Pool führt, können die gesunden Tochtergesellschaften weiter mit einer ausreichenden Finanzierung ihres Geschäfts rechnen. „Ich gehe davon aus, dass alle Banken sich verantwortungsvoll verhalten werden“, sagte Deutschland-Chef Jürgen Fitschen. Die Banken hätten bei Walter Bau früher eingreifen sollen und nicht erst, als das Unternehmen mit dem Rücken zur Wand stand, sagte er selbstkritisch.

Betriebsrat fordert von der Bahn Begleichen von ausstehenden Rechnungen

Betriebsratschef Bauer kritisierte neben den Banken erneut die Deutsche Bahn, deren ausstehende Zahlungen an Walter Bau das Unternehmen auf mehr als 100 Millionen Euro beziffert hat. „Ich bitte (Bahn-Chef Hartmut) Mehdorn inständig, uns das Geld zur Verfügung zu stellen“, sagte Bauer. Mehdorn hatte sich gegen den Vorwurf verwahrt, die Bahn habe eine Mitverantwortung an der Pleite des Augsburger Konzerns.

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