Rating-Herabstufung: Neuer Rückschlag für Thyssen-Krupp

Rating-Herabstufung
Neuer Rückschlag für Thyssen-Krupp

Zu Milliardenverlusten in Übersee und Kartellverstößen kommt eine weitere Hürde für Thyssen-Krupp hinzu: Die Rating-Agentur Moody's senkt ihre Bewertung für den Essener Konzern. Das dürfte die Refinanzierung verteuern.

DüsseldorfDie Rating-Agentur Moody's senkt nach den Milliardenverlusten und Kartellverstößen bei Thyssen-Krupp den Daumen: Moody's stufte die Bewertung der Verbindlichkeiten des Konzerns am Donnerstag von Baa3 auf Ba1 herunter. Der Ausblick sei negativ, teilte die Agentur weiter mit. Mit „Ba“ bewertete Verbindlichkeiten weisen der Agentur zufolge „spekulative Elemente auf“ und bergen „ein erhebliches Kreditrisiko“. Herabstufungen können die Refinanzierung von Unternehmen verteuern.

Die Herabstufung begründe sich in den herausfordernden Marktbedingungen für zahlreiche Geschäftsfelder des Essener Konzerns, die die Profitabilität 2013 gegenüber dem Vorjahr verringern könnten, und den Schwierigkeiten der Stahlwerke in Übersee, teilte die Rating-Agentur weiter mit.

Der Verkaufsprozess für die Werke werde sich möglicherweise bis zum Jahresende hinziehen - und Thyssen-Krupp müsse dann das ganze Jahr über die Verluste der Werke verkraften. Für den Konzern sprächen aber die Bemühungen, die Aktivitäten auf profitable Geschäftsfelder zu konzentrieren. Damit könnte Verlusten ein Ende gesetzt werden - auch wenn dies wahrscheinlich noch nicht 2013 gelinge.

Die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA haben Milliarden gekostet, Vorstandschef Heinrich Hiesinger sucht händeringend nach Käufern dafür. Nach weiteren Abschreibungen liegt der Buchwert der Werke noch bei 3,9 Milliarden Euro. Möglicherweise könne ein Verkauf weniger als diese Summe bringen, hieß es bei Moody's weiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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