Rationalisierung wird für die Gewinnentwicklung immer wichtiger
Pharmakonzerne müssen ihre Kostenstruktur überprüfen

Relativ zu vielen anderen Industrien leben sie nach wie vor im Schlaraffenland. Dennoch wächst auch für große Pharmakonzerne der Druck, an ihren Kostenstrukturen zu arbeiten. Angesichts schwächerer Wachstumsraten werden Effizienz-Steigerungen immer wichtiger für das Ertragsdynamik.

FRANKFURT/M. Das jüngste Indiz lieferte vor kurzem der französische Pharmariese Aventis mit einem neuen Strukturprogramm. Auch wenn Details für das Projekt „Reshape Aventis“ erst noch ausgearbeitet werden sollen, dürfte es nach Erwartung vieler Fachleute auf die Schließung diverser Standorte und eine weitere Bereinigung des Produktprogramms hinauslaufen. Offizielles Ziel von Firmenchef Igor Landau ist es, einerseits ein solides Gewinnwachstum zu sichern, andererseits genügend finanzielle Ressourcen für neue Forschungsprojekte und Markteinführungen zu generieren.

Derartige Initiativen sind inzwischen durchaus üblich im Pharmasektor. Der amerikanische Konzern Merck & Co, einst Aushängeschild der Branche, kündigte Ende Oktober den Abbau von 4 400 Arbeitsplätzen an, um seine Kostenstruktur zu entlasten. Der US-Konkurrent Schering-Plough kämpft mit einer „Wertsteigerungs-Inititative“ gegen den Niedergang. „Es gibt verstärkte Zeichen dafür, dass sich die Industrie intensiver mit ihren Kosten auseinander setzt", so die Pharma-Analysten von Goldman Sachs in ihrer jüngsten Branchenstudie.

Erzwungen wird die neue Sparsamkeit unter anderem von Einbußen nach Patentabläufen, härterer Konkurrenz durch Generika-Präparate und Misserfolgen bei Neuentwicklungen. Hinzu kommen Preisrestriktionen durch gesundheitspolitische Eingriffe, wie in Deutschland und einigen europäischen Märkten. Vor diesem Hintergrund kündigte die Berliner Schering AG bereits zur Jahresmitte den Abbau von 300 Stellen an. Der Bayer-Konzern ist nach wie vor damit beschäftigt, seine Strukturen an ein deutlich geschrumpftes Pharmageschäft anzupassen.

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