Razzia bei Jones Day
VW und Audi erleiden Schlappe vor Gericht

VW und Audi müssen die Beschlagnahme von Akten zum Dieselskandal hinnehmen – auch bei der Kanzlei Jones Day. Ein Amtsgericht erklärt das Vorgehen der Staatsanwaltschaft für rechtmäßig. Nun ist das Landgericht am Zug.
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MünchenVolkswagen und die Konzerntochter Audi müssen im Kampf mit der Staatsanwaltschaft um die jüngsten Razzien einen Dämpfer einstecken. Die Beschlagnahme von Dokumenten zum Dieselskandal sei bei den Autoherstellern wie auch bei deren Anwaltskanzlei Jones Day rechtmäßig gewesen, entschied das Amtsgericht München.

Eine Justizsprecherin sagte am Montag, das Gericht, das die spektakulären Durchsuchungen vom 15. März schon vorher genehmigt hatte, habe eine Beschwerde von Volkswagen zurückgewiesen. Die Entscheidung wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft allerdings nun noch einmal vom Landgericht überprüft. „Wir bleiben bei unserer Rechtsauffassung“, erklärte ein VW-Sprecher.

Der Konzern hatte sich darüber empört, dass die Strafverfolger auch bei den Rechtsanwälten angerückt waren. Sie sollten für Volkswagen streng geheime Unterlagen hüten, die sie bei der internen Aufklärung des Skandals gesammelt hatten. Durchsuchungen bei Anwälten sind selten, da sie in vielen Fällen besonders geschützt sind.

Die Staatsanwaltschaft München hatte bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm, bei VW in Wolfsburg und an weiteren Orten Büroräume durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Auch die US-Kanzlei Jones Day, die im Herbst 2015 von VW mit der Aufarbeitung des Skandals beauftragt worden war, wurde durchsucht. Die Justiz ermittelt gegen Unbekannt wegen Betrugsverdachts beim Verkauf von rund 80.000 Dieselfahrzeugen in den USA. Audi hatte kurz nach Bekanntwerden der VW-Abgasaffäre den Einsatz von Schummelsoftware in großen Dieselmotoren eingeräumt. Den Ermittlern sicherten die Ingolstädter eine volle Zusammenarbeit zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Razzia bei Jones Day: VW und Audi erleiden Schlappe vor Gericht"

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  • Eins wird wohl immer wahrscheinlicher: Bei VW und AUDI haben alle, bis in den Vorstand hinein von dem Betrug gewusst. Und man weiss auch, dass die Beweise hierzu bei Jones Day liegen. Wenn nun diese Beweise aufgedeckt werden, wird die Verteidigungslinie von VW, die Vorstände haben nichts gewusst, nicht mehr haltbar sein.

    Konsequenz: Die Geschädigten Aktieninhaber kommen endlich zu ihrem Recht.

    RICHTIG SO!!!!!

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