Razzien
EU nimmt Pharmasektor ins Visier

Die Wettbewerbshüter der EU schießen sich auf die Pharmabranche ein. Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben die Ermittler von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Arzneimittelhersteller in ganz Europa wegen des Verdachts verbotener Kartellabsprachen durchsucht.

BRÜSSEL/FRANKFURT. Betroffen von den neuerlichen Razzien, die von Montag bis gestern andauerten, waren unter anderem der britische Generikahersteller Teva und das französische Unternehmen Servier.

Die führenden deutschen Pharmahersteller Bayer, Boehringer Ingelheim und Merck wurden nach eigenen Angaben nicht durchsucht. Auch die britischen Konzerne Glaxo-Smithkline und Astra-Zeneca sowie Sanofi-Aventis aus Frankreich, die im Januar durchsucht worden waren, teilten mit, sie seien diesmal nicht betroffen.

Der spektakuläre Schlag gegen die Arzneimittelhersteller fand nur wenige Tage vor der Veröffentlichung eines Berichts der EU-Kommission zu möglichen Wettbewerbsverstößen in der Branche statt, den Kroes am morgigen Freitag vorstellen will. Darin wird der Pharmaindustrie nach Informationen des Handelsblatts aus Kommissionskreisen unter anderem vorgeworfen, durch den Missbrauch von Patenten und illegale Absprachen den Markteintritt günstiger Nachahmerarzneien, so genannter Generika, behindert zu haben. Auch sollen Hersteller die Einführung neuer Medikamente durch Wettbewerber mittels missbräuchlicher Plagiatsklagen und Patentverfahren verzögert haben. Die Kommission werde in dem Bericht eindeutige Beweise für die wettbewerbswidrigen Praktiken in der Branche vorlegen, hieß es aus Kroes Umgebung.

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