Razzien
Südkorea nimmt deutsche Autohersteller ins Visier

BMW, Mercedes und Volkswagen feiern in Korea Absatzrekorde - und geraten jetzt ins Visier der lokalen Behörden. Bei mehreren Razzien sind die Büros der deutschen Hersteller durchsucht worden.
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Seoul/DüsseldorfDie Schikanen der südkoreanischen Behörden gegen die deutschen Autobauer gehen weiter. Bei verschiedenen Razzien haben die südkoreanischen Handelsbehörden die Niederlassungen von BMW, Mercedes, Audi und Volkswagen durchsucht. Der Verdacht: unerlaubte Preisabsprachen. Schon seit Monaten beschweren sich die Autobauer über die ungerechte Behandlung. Beispielsweise seien die Ergebnisse von Verbrauchszahlen durch die Behörden bewusst hoch angesetzt worden, um die Messwerte von dem Heimmarken Hyundai und Kia zu übertreffen, heißt es aus Herstellerkreisen.

Der politische Druck wächst, seit die Verkaufszahlen steigen. Nach mehreren Freihandelsabkommen hatte der Marktanteil der ausländischen Hersteller zuletzt zehn Prozent überschritten. Neben den deutschen Niederlassungen wurden auch die Büros von Toyota durchsucht, teilte die Vereinigung der koreanischen Automobilimporteure KAIDA mit. Auch der Verband war Ende Februar durchsucht worden.

Die ausländischen Marken werden verdächtigt, die Preise für Ersatzteile und Zubehör abgesprochen zu haben. Außerdem untersuchen die Behörden, ob die Hersteller ihre Marktmacht genutzt haben, um höhere Preise bei den koreanischen Händlern verlangen zu können. Dazu sollen die Möglichkeiten von Händlerrabatten eingeschränkt und die eigenen Finanzierungsangebote bevorzugt worden sein. Offiziell bestätigen die koreanischen Behörden die Ermittlungen noch nicht, vor Abschluss der Untersuchungen ist dies aber auch unüblich. Wie lange ermittelt werden soll, ist noch unklar.

Die Durchsuchungen könnten für die Koreaner zum Bumerang werden. Im August 2012 hatte Frankreich schärfere EU-Regeln für den Import koreanischer Fahrzeuge gefordert. Durch den Erfolg von Kia und Hyundai in Europa hatten die Importe aus Korea um 40 Prozent angezogen. Im Jahr 2012 kommen die Koreaner auf einen Marktanteil von 5,9 Prozent oder 692.000 verkaufte Fahrzeuge. Die Europäische Kommission hatte dem französischen Gesuch dennoch nicht stattgegeben. Eine dauerhafte und nachweisbare Benachteiligung ausländischer Hersteller in Korea könnte der Debatte neuen Schwung geben.

Für den Händlerverband ist die Razzia ein Rückschritt in die Zeit, als Koreas Markt für ausländische Hersteller weitgehend abgeschottet war. Noch 1987 wurden auf dem südkoreanischen Markt gerade einmal zehn deutsche Pkw abgesetzt. Selbst 1990 waren es nur 413 Fahrzeuge. Seit Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union aus dem Jahr 2011 und den USA im Jahr 2012 beschlossen wurden, ziehen die Verkaufszahlen der Ausländer an. Im vergangenen Jahr kamen die Deutschen auf einen Absatz von 89.700 Fahrzeugen. Im Premiumsegment beherrschen sie 80 Prozent des Marktes. Die Zahl der verkauften importierten Fahrzeuge stieg im vergangenen Jahr insgesamt 131.000 – rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. 18 Prozent davon kommen aus Japan. Unter den zehn bestverkauften Modellen in Korea kommen acht aus Deutschland.

Zum Auftakt der Seoul Motorshow drängt darum auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) darauf, weitere Handelshemmnisse abzubauen. VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig betonte, dass es bei den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Südkorea und der EU wichtig gewesen sei, nicht nur auf die Zölle, sondern auch auf die nichttarifären Handelshemmnisse zu schauen. Warum beispielsweise in Korea die Vorgaben für das Ersatzrad oder die LED-Leuchten unterschiedlich gegenüber den EU-Standards sein müssten, sei nicht nachvollziehbar. „Einheitliche Standards wären für beide Seiten sinnvoll.“

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  • wollte eigentlich einen Kia Ceed kaufen,werde mir das aber nochmal überlegen. Ach ja, mit dem neuen Samsung Handy und
    Fernseher natürlich das gleiche. Wollen doch mal sehen, wenn
    auch der Absatz in unserem Europa zurückgeht, ob sich dann was tut

  • Ja, Ja, was die Chinesen können, können wir schon lange, denkt sich so mancher in Süd-Korea. Es wird Zeit, dass unsere Berliner mal aufwachen und denen die Globalisierung erklären. Alle Welt meint uns Schwierigkeiten zu machen, vergessen aber, dass auch wir mit unserem Konsumrausch mal Pause machen könnten; was dann?

  • Was die Koreaner können, müssten die Europäer doch auch können ! Ach ja, Europäer, wie dumm ... werden doch ohnehin nie an einem Strick ziehen. Also wird es hierzulande keine Beschränkungen für Hyundai und KIA geben, schade ...

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