Reaktion auf Konkurrent GM
Für Ford kommt internationale Allianz in Frage

Die Allianzgespräche des Autobauers General Motors mit Renault und Nissan zwingen dessen wichtigsten US-Rivalen Ford zum Umdenken. Vorstandschef Bill Ford schloss ein internationales Bündnis mit anderen Autoherstellern nicht aus. Er schränkte indes ein, dass der zweitgrößte US-Autobauer, der bereits den japanischen Autohersteller Madza kontrolliert, dringendere Sorgen habe.

hz FRANKFURT. Er schränkte indes ein, dass der zweitgrößte US-Autobauer, der bereits den japanischen Autohersteller Madza kontrolliert, dringendere Sorgen habe. Ford müsse vor allem sein Geschäft in Nordamerika wieder auf Vordermann bringen, sagte Ford der Zeitung „New York Times“. Der Autohersteller Ford muss sich in diesem Jahr laut Analysten erneut auf milliardenschwere Einbußen im wichtigen Nordamerika-Geschäft einstellen.

Ford bringt damit als Reaktion auf die Allianzgespräche des Konkurrenten GM erstmals eigene globale Partnerschaften ins Spiel. Branchenbeobachter mutmaßen, dass ein Kandidat für eine Allianz mit Ford der japanische Hersteller Honda sein könnte. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte vergangene Woche bestätigt, dass er sich mit Ford-Konzernchef Bill Ford getroffen habe. Es hat jedoch nach seiner Darstellung keine Gespräche über eine Allianz mit Ford gegeben. Ende vergangener Woche hatten die Autohersteller GM, Renault und Nissan beschlossen, in den kommenden drei Monaten die Vorteile einer gemeinsamen Allianz zu prüfen. Die Idee eines Bündnisses der drei Autobauer hatte der GM-Großaktionär Kirk Kerkorian ins Gespräch gebracht.

Vor allem Ford müsse sich angesichts der laufenden Allianzgespräche Gedanken machen, sagte Autoanalyst Rolf Woller von der Hypo-Vereinsbank. Für den zweitgrößten US-Autobauer würde ein globales Bündnis des wichtigsten US-Konkurrenten GM zu einer neuen Kraftprobe auf dem US-Markt führen. Ebenso wie GM steckt der Autobauer aus Dearborn mitten in der Restrukturierung.

Ford will mit einem harten Sanierungsprogramm, das die Schließung von 14 Werken und den Abbau von 30 000 Stellen bis 2012 vorsieht, bis zum Jahr 2008 in die Gewinnzone zurückkehren. Doch Ford kam bei seiner Restrukturierung zuletzt deutlich langsamer voran als der US-Rivale. So steuert Ford in diesem Jahr in Nordamerika auf einen weit höheren Verlust zu als noch im Vorjahr. Der Fehlbetrag könnte sich auf rund drei Mrd. Dollar verdoppeln und damit höher ausfallen als prognostiziert, warnten Analysten vor der Veröffentlichung der Ford-Halbjahreszahlen an diesem Donnerstag. Das Unternehmen wollte die Schätzungen nicht kommentieren. Im vergangenen Jahr belief sich der Vorsteuer- Verlust im Nordamerika-Geschäft auf 1,6 Mrd. Dollar. Seit Januar gibt der Konzern keine Prognosen mehr ab.

Bill Ford räumte bereits ein, dass Ford bei der Sanierung mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe. „Der Gegenwind, der uns Anfang 2006 entgegenschlug, ist stärker geworden“, sagte der Urenkel des Firmengründers Henry Ford vor wenigen Tagen. Die Sorge unter Analysten wächst, dass die Situation bei Ford noch dramatischer als bei GM sein könnte, nachdem der Konzern Ende vergangener Woche die Quartalsdividende und die Gehälter seiner Spitzenmanager halbierte. Die Ratingagentur Moody’s stufte gestern die Bonität des US-Herstellers weiter herab und warnte, dass der Konzern im notleidenden Nordamerika-Geschäft vor immer größeren Herausforderungen stehe. Die Ford-Aktie verlor gestern zeitweise knapp drei Prozent.

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