Reaktion auf schwache Nachfrage
Nokia streicht 1 700 Stellen

Der weltgrößte Handy-Hersteller, Nokia aus Finnland, will wegen gesunkener Nachfrage insgesamt 1 700 der knapp 130 000 Arbeitsplätze streichen. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, würden rund 700 Stellen in Finnland, der Rest weltweit abgebaut werden.

STOCKHOLM. Die Stellen werden demnach in Bereichen Vertrieb, Marketing und Forschung gestrichen.Der Handy-Branchenführer reagiert mit den Maßnahmen auf die schlechtere Konjunkturlage. Bereits Ende Januar hatte Nokia bei der Präsentation der Zahlen für das vierte Quartal 2008 Maßnahmen angekündigt, um ab Ende 2010 jährlich rund 700 Mio. Euro einzusparen. Damals wurden aber noch keine Einzelheiten des Rotstift-Programms genannt. Der Stellenabbau muss jetzt mit den Gewerkschaften verhandelt werden.Von der Konsumflaute sind alle Handy-Hersteller betroffen. Nokia rechnet für das laufende Jahr mit einem zehnprozentigen Rückgang des Gesamtmarkts. Viele Handy-Nutzer würden wegen der angespannten Wirtschaftslage auf den Kauf eines neuen Geräts verzichten.

Auch die Konkurrenten Sony Ericsson, Motorola, Samsung und LG haben ihre Prognosen für den globalen Handy-Markt in diesem Jahr nach unten revidiert. Außerdem haben die Unternehmen die Streichung von Arbeitsplätzen beschlossen.

Der Marktführer aus Finnland spürt die Kaufzurückhaltung schon seit Längerem: Im vierten Quartal vergangenen Jahres verkaufte das Unternehmen weltweit rund 15 Prozent weniger Handys als noch ein Jahr zuvor. Deshalb korrigierte Nokia in den vergangenen Monaten die Marktprognosen insgesamt dreimal nach unten.

Doch nicht nur die Wirtschaftslage macht dem Marktführer zu schaffen: Auch neue Konkurrenten wie Apples iPhone oder das Google-Handy haben dem finnischen Konzern Marktanteile abgejagt.

Obwohl der Stellenabbau beim Handy-Riesen allgemein erwartet worden war, sank der Kurs der Nokia-Aktie zwischenzeitlich an der Börse in Helsinki um mehr als drei Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie etwas mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Analysten in Helsinki bezeichneten die Stellenstreichungen als ein weiteres Zeichen, dass sich der Markt noch nicht erholt habe. Diese werde vermutlich erst im zweiten Halbjahr spürbar werden, hieß es.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%