Reaktionen auf Jungfernflug
Airbus sorgt für Euphorie

Nach dem erfolgreichen Jungfernflug des A380 wird Airbus mit Gratulationen überhäuft. Bundeskanzler Schröder und der französische Präsident Chirac bezeichneten den Tag als „Erfolg für Europa“. Auch Erzrivale Boeing äußerte großes Lob.

BERLIN/PARIS. "Dieser Tag gehört Airbus", sagte Boeing-Sprecher Jim Condelles in Seattle. "Der A380 ist eine Ingenieurleistung, auf die Airbus stolz sein kann. Wir wünschen Ihnen weiterhin Erfolg bei den Testflügen."

Nichtsdestotrotz sei Boeing sehr skeptisch über den potenziellen Markt für Flugzeuge dieser Größe. "Nach unserer Auffassung geht der Trend in Richtung mittelgroße Jets", sagte Condelles. Boeing schätze den Bedarf an derart großen Maschinen auf höchstens 270 in den kommenden 20 Jahren, während Airbus den Absatz von mehr als 1250 für möglich halte.

Gerhard Schröder nannte den Erstflug einen „großen Erfolg für die Innovationskraft europäischer Unternehmen“. Es sei eine „Ingenieursleistung, die ihresgleichen sucht“. „Dieses Beispiel zeigt zudem, dass wir besser sein können als andere. Ich kann nur hoffe, dass sich das auf andere Branchen ausdehnt“, sagte der Kanzler.

Der französische Präsident Jacques Chirac würdigte den erfolgreichen Jungfernflug als Erfolg für Europa. Auch die EU-Kommission in Brüssel begrüßte die „europäische Erfolgsstory“. Die Entwicklung des größten Passagierflugzeugs der Welt zeige, was Europa erreichen könne, wenn es in seine Kompetenz, in die Wissenschaft und in die Technologie investiere, erklärte Industriekommissar Günter Verheugen in Brüssel.

Der erste Kunde für die A380, Singapore Airlines (SIA), äußerte sich ebenfalls „sehr erfreut“. „Damit sind wir einen greifbaren Schritt näher daran, das Flugzeug in unsere Flotte einzubauen“, sagte Unternehmenssprecher Stephen Forshaw. SIA will den A380 in der zweiten Hälfte 2006 als erste Fluggesellschaft in Dienst stellen.

Frankfurter Flughafen wartet auf Streckenerprobung

Der erfolgreiche Erstflug „ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieses Super-Vogel“, erklärte auch Lufthansasprecher Thomas Jachnow. „Wir sind glücklich, dass es so reibungslos lief und zuversichtlich, Ende 2007 dieses tolle Flugzeug in Betrieb nehmen zu können“.

Der Frankfurter Flughafen sieht sich für den Einsatz des neuen Großflugzeugs A380 gut gerüstet: Wenn die Streckenerprobung des Airbus Ende des Jahres beginne, sei Frankfurt als einer der ersten Landepunkte vorgesehen, sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Klaus Busch. Die Nordbahn sei nach Ansicht der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO in jeder Hinsicht für den A380 geeignet.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärte, der gelungene Erstflug „dokumentiert auf nachdrückliche Weise den hohen Standard der europäischen Luftfahrtforschung und -industrie“. In der letzten Dekade seien bis zu 400 Forscher und Ingenieure des DLR mit großem Engagement an der Entwicklung des A380 beteiligt.

Beim Technologie-Dienstleister Rücker sorgt der neue Airbus für 200 zusätzliche Ingenieurstellen. Zur Bewältigung von Airbus- Aufträgen würden rund 100 Stellen am Standort Rostock und je etwa 50 an den Niederlassungen in Toulouse und Amsterdam eingerichtet, teilte die Rücker AG am Mittwoch in Wiesbaden mit. Rücker ist Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtindustrie mit 43 Standorten weltweit und bisher rund 2000 Mitarbeitern.

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