Rechnungshof sieht Fehler bei Auftragsvergabe
EADS will weiter um Tankerauftrag kämpfen

Der europäische Airbus - und Rüstungskonzern EADS will weiterhin um den Großauftrag für die Erneuerung der US-Tankflotte kämpfen. Und das obwohl am Mittwochabend der US-Rechnungshof entschied, der Beschwerde des Konkurrenten Boeing stattzugeben. Das Rennen um den vierzig Milliarden Dollar schweren Auftrag ist also wieder offen.

MÜNCHEN/WASHINGTON/PARIS. Nach dem Einspruch des US-Rechnungshofes kämpft EADS mit aller Macht weiter um den Milliardenauftrag der US- Luftwaffe für 179 Tankflugzeuge. Der Auftrag wäre ein spektakulärer Durchbruch des europäischen Airbus - und Rüstungskonzerns auf dem bisher streng abgeschirmten größten Rüstungsmarkt der Welt. "Wenn es eine neue Ausschreibung gibt, werden wir uns daran beteiligen," sagte EADS-Chef Louis Gallois am Donnerstag.

Gestern Abend hatte der amerikanische Rechnunghof GAO (Government Accountability Office) eine Anzahl "signifikanter Fehler" bei der Auftragsvergabe festgestellt. Seine Entscheidung ist zwar für die Luftwaffe nicht bindend, Beobachter glauben jedoch, die Vergabe sei "politisch erledigt". Fünf Monate vor den Präsidentschaftswahlen und angesichts von steigenden Arbeitslosenzahlen ist nicht vorstellbar, dass sich die Politik an diesem heißen Eisen noch die Finger verbrennen will.

Die US-Luftwaffe hat den Auftrag zum Bau von 179 Tankflugzeugen im Februar überraschend an die EADS und Northrop Grumann vergeben. Es war die zweite Vergabe, nachdem Boeing 2003 der Auftrag nach einem Bestechungsskandal wieder entzogen wurde. Insgesamt will die Luftwaffe in den kommenden Jahrzehnten fast 500 neue Lufttanker anschaffen, damit handelt es sich um einen der größten Beschaffungsaufträge der US-Militärgeschichte.

In Paris löste der Einspruch des Rechnungshofes heftige Empörung aus. "Die Verteidigung der amerikanischen Wirtschaftsinteressen ist den Amerikanern wichtiger als die Wahl des besseren und billigeren Militärflugzeugs," wetterte der konservative Abgeordnete Bernard Carayon. "Das ist ein schwerer Schlag für die europäisch-amerikanische Freundschaft."

Die Bundesregierung ist aber zuversichtlich, dass EADS den Tankflugzeug-Auftrag behält. In Regierungskreisen hieß es am Donnerstag in Berlin, der Optimismus gründe darauf, dass es sich um ein faires Verfahren in den USA handele. EADS habe seinerzeit den Zuschlag aufgrund des inhaltlich besseren Angebots gegenüber Boeing erhalten, hieß es aus den Kreisen weiter. EADS wollte den Tanker auf der Basis der Airbus A330 in den USA bauen und dort 1300 Arbeitsplätze schaffen.

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