Rechte an Biotech-Medikament erworben
Glaxo zahlt Rekordsumme

Der Kampf um vielversprechende Wirkstoffe aus der Biotech-Forschung wird immer härter. Das zeigt die Rekordsumme von umgerechnet bis zu 1,6 Mrd. Euro, die Glaxo Smithkline der dänischen Biotechfirma Genmab für die Rechte an einem Leukämie-Medikament zahlt.

LONDON. Der britische Pharmakonzern stockt mit diesem Schritt sein Arsenal an Krebsmitteln auf, während Genmab die finanziellen Mittel zum Aufbau eines eigenen Vertriebs nutzen will. Unternehmen wie der Weltmarktzweite Glaxo Smithkline geben zwar Milliardensummen für eigene Forschung und Entwicklung aus, können deshalb aber nicht darauf verzichten, Wirkstoffe dazuzukaufen. Glaxo hat in einem Modell, das in der Branche als wegweisend gilt, unternehmerischen Wettbewerb in der Forschungsabteilung eingeführt. Das Geld für die Entwicklung eines Produkts zur Marktreife fließt dorthin, wo die Aussichten am günstigsten sind – egal, ob es interne oder externe Projekte sind.

Biotech-Unternehmen fehlt hingegen meist die finanzielle Kraft, um einen Wirkstoff durch die Zulassung zu bringen – vor allem in Europa. Die Anforderungen an neue Medikamente werden immer höher, was die Kosten für die Zulassungsverfahren in den vergangenen Jahren enorm in die Höhe getrieben hat.

Auch die Pharmariesen ziehen immer häufiger Medikamente zurück, wenn ihnen die Gefahr zu groß erscheint, dass sie im Zulassungsverfahren scheitern. Das hat in den vergangenen Monaten zu einer Reihe hochkarätiger Enttäuschungen geführt. Glaxo etwa musste zuletzt das Diabetes-Mittel Redona stoppen. Den britischen Konkurrenten Astra-Zeneca erschüttert gleich eine Serie von Fehlschlägen.

Der Wirkstoff Humax-CD20, den Glaxo und Genmab gemeinsam vermarkten wollen, wirkt sowohl gegen bestimmte Formen der Leukämie als auch gegen rheumatische Arthritis. Er ähnelt dem Medikament Mabthera/Rituxan, das die schweizerische Roche Holding und die US-Biotechfirma Genentech zusammen entwickelt haben. Analysten trauen dem Genmab-Präparat wegen seines möglicherweise zweifachen Anwendungsgebiets Jahresumsätze von bis zu fünf Mrd. Dollar zu, wenn es, wie erhofft, 2008 von den Gesundheitsbehörden zugelassen wird. Genmab-Chefin Lisa Drakeman spricht von mehr als zwei Mrd. Dollar im Jahr.

Seite 1:

Glaxo zahlt Rekordsumme

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%