Rechtsstreit zwischen früherem Besitzer und WestLB
Fondsgesellschaft LGB kauft Klöckner

Die New Yorker Fondsgesellschaft LGB übernimmt den Duisburger Klöckner-Konzern. Die WestLB und die HSH Nordbank trennen sich vollständige von ihren Anteilen.

HB BERLIN. Die WestLB hat ihre gesamte Beteiligung von 94,9 Prozent am Stahl- und Metallhändler Klöckner an die Fondsgesellschaft Lindsay Goldberg und Bessemer (LGB) verkauft. Das teilte die Bank am Wochenende in Düsseldorf mit. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden geht der gesamte Konzern einschließlich aller Tochtergesellschaften in den LGB-Besitz über.

Auch die restlichen 5,1 Prozent der Anteile, die bisher von der HSH Nordbank gehalten wurden, gehen an LGB. Zu den weitern Konditionen der Transaktionen oder über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das in Duisburg beheimatete Unternehmen Klöckner beschäftigt weltweit rund 10.000 Mitarbeiter und erlöste im vergangenen Jahr 3,8 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss betrug 27 Millionen Euro.

Der Finanzinvestor LGB kündigte an, das Unternehmen nicht zerschlagen zu wollen: «Es ist unser Ziel, die Klöckner & Co-Gruppe als Ganzes weiter zu entwickeln und den Unternehmenswert langfristig zu steigern», erklärte LGB-Chef Dieter Vogel. Das Unternehmen solle vollständig erhalten werden, und ein Jobabbau sei nicht geplant. Vogel war früher Chef des Stahlkonzerns Thyssen.

Auch die WestLB zeigte sich zufrieden: «Wir freuen uns, Klöckner in die Hände exzellenter Branchenkenner und verantwortungsvoller Investoren abgeben zu können», betonte WestLB-Vorstandsmitglied Klaus-Michael Geiger. Mit dem Verkauf setze die Bank die Strategie fort, sich von nicht-strategischen Beteiligungen zu trennen.

Unterdessen bahnt sich angeblich Streit um mögliche Rückforderungen des früheren Besitzers, des britischen Stahlhändlers Balli, an. Wie das Magazin «Spiegel» am Wochenende unter Berufung auf eine Klageschrift gegen die WestLB vorab berichtete, wirft Balli dem Finanzinstitut vor, einen Kredit bewusst vereitelt zu haben, um von ihrem Pfandrecht auf Klöckner-Aktien Gebrauch zu machen.

Balli fordere deshalb zu Unrecht eingezogene Aktien im Wert von rund einer halben Milliarde Euro zurück. Weil der Klöckner-Kauf durch LGB auch die Übernahme von sämtlichen Risiken vorsieht, könne sich dies als teure Last für den Käufer erweisen, heißt es im «Spiegel». Bei Klöckner und bei der WestLB habe man die Risiken auf lediglich 60 bis 300 Millionen Euro veranschlagt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%