Reckitt Benckiser ist ausgeschieden
Bayer hat gute Chancen bei Roche

Im Bieterwettbewerb um die verschreibungsfreien Arzneimittel des schweizerischen Pharmakonzerns Roche scheint der Leverkusener Bayer-Konzern als Sieger hervorzugehen.

HB LONDON/ZÜRICH. Reckitt Benckiser, der einzige weitere industrieller Interessent, ist aus dem Rennen um das so genannte OTC-Geschäft der Schweizer ausgeschieden. Der Preis sei zu hoch gewesen, heißt es in den Kreisen. Bayer und Roche wollten die Angaben aus Kreisen nicht kommentieren. Die Bayer-Aktie lag am Freitagvormittag 0,2 Prozent im Plus bei 22,93 Euro. Roche-Papiere gaben an der Züricher Börse 0,4 Prozent auf 128,75 Schweizer Franken nach.

Mit dem Ausscheiden des britisch-niederländischen Konsumgüterkonzerns steht Bayer nun als einziger Branchenvertreter noch im Wettbewerb mit den vier noch im Rennen befindlichen Beteiligungsgesellschaften Kohlberg Kravis Roberts (KKR), BC Partners, Cinven und Paribas Affaires Industrielles. In den Kreisen hieß es weiter, es werde erwartet, dass Roche bis zum 21. Juni eine Entscheidung über die Gebote fällt. Ob Roche die Liste der Interessenten dann auf zwei oder drei Finalisten einengt oder exklusive Verhandlungen mit einem der Bieter einleitet, war zunächst nicht klar.Auch die vier Beteiligungsgesellschaften lehnten einen Kommentar ab. Bayer ist offenbar sehr stark an dem OTC-Geschäft von Roche interessiert. Einige Manager sähen den Erwerb sogar als "ein Muss" an, verlautete aus Branchenkreisen im vergangenen Monat. "Es ist sehr wohl möglich, dass Bayer zu viel bezahlt und den Zuschlag erhält", hieß es am Freitag aus Kreisen aus dem Umfeld des Vorgangs. Die Roche-Sparte erwirtschaftete 2003 einen Umsatz von 1,77 Milliarden Schweizer Franken.

Aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen hatte es vergangenen Monat geheißen, Interessenten müssten in der Endrunde mindestens 2,4 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,6 Milliarden Euro) bieten. In Branchenkreisen wurde zuletzt auch ein Verkaufspreis von rund zwei Milliarden Euro für die Roche-Sparte angenommen. Roche will den Bereich, zu dem unter anderem das bekannte Magenmittel Rennie zählt, verkaufen und sich auf das höhere Gewinnmargen versprechende Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneien konzentrieren. Roche hatte unlängst angekündigt, über die Zukunft des OTC-Geschäfts im zweiten Halbjahr 2004 zu entscheiden. Bayer arbeitet seit 1996 in den USA mit Roche bei Schmerzmitteln und Gesundheitsprodukten zusammen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%