Reduziertes Einkaufsvolumen
Tausende Stellen bei Deutsche Steinkohle-Zulieferern gefährdet

Die RAG-Tochter Deutsche Steinkohle AG (DSK) will in den kommenden Jahren nur noch halb so viel bei Fremdfirmen einkaufen und sieht bei den Zulieferern dadurch rund 20 000 Arbeitsplätze gefährdet.

HB DÜSSELDORF. „Auf heutiger Basis werden wir das Einkaufsvolumen von heute rund zwei Milliarden Euro bis 2012 auf 1,1 Milliarden Euro nahezu halbieren“, sagte der DSK-Vorstandsvorsitzende Bernd Tönjes am Mittwoch bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags.

Allein in Nordrhein-Westfalen seien dadurch 15 000 Arbeitsplätze Arbeitsplätze gefährdet. Ursache seien die geplanten Kürzungen der Steinkohlehilfen. Tönjes wies zugleich Vorwürfe des angeschlagenen DSK-Zulieferers Heitkamp-Deilmann-Haniel (HDH) zurück, sein Unternehmen vergebe zunehmend Aufträge an osteuropäische Firmen.

„Wir reduzieren das Einkaufsvolumen für Spezialgesellschaften wie Zulieferer für den Berbau, aber auch im gesamten Bereich vom Bleistift bis zur Untertagetechnik“, erläuterte ein DSK-Sprecher. Der RAG-Tochter zufolge sind rund 1200 Betriebe dadurch in ihrer Existenz gefährdet. Tönjes sagte, es müsse allen Beteiligten klar sein, dass eine Reduzierung der Steinkohlebeihilfen gravierende Folgen hat. Bund und Land wollen ihre Subventionen drastisch senken. Die Steinkohlebeihilfen in Deutschland sollen bis 2012 von derzeit 2,7 Milliarden Euro jährlich auf 1,8 Milliarden Euro sinken.

Der Bergbautochter des westfälischen Baukonzerns Heitkamp-Deilmann-Haniel (HDH) droht bereits nach Angaben des Sanierers Jochen Rölfs wegen ausbleibender Aufträge aus dem Bergbau die Insolvenz. „Aus heutiger Sicht müssen wir in drei Wochen Insolvenz anmelden“, hatte Rölfs Ende vergangener Woche erklärt. 6500 Arbeitsplätze, davon 4000 in Deutschland, seien gefährdet. Die DSK vergebe zunehmend Aufträge an osteuropäische Anbieter, hielt er dem Unternehmen vor.

Tönjes wies diesen Vorwurf zurück. Der Anteil osteuropäischer Anbieter an den Aufträgen liege weiter bei unter zehn Prozent. „HDH hat Anträge an deutsche Wettbewerber verloren“, sagte Tönjes. Der Forderung Rölfs, die DSK solle die Bergbau-Sparte von HDH mit 1600 Beschäftigten im Rahmen einer „politischen Gesamtlösung“ übernehmen, hatte der Bergbaukonzern bereits eine Absage erteilt.

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