Reebok ist kein Schnäppchen
Adidas ist Nike auf den Fersen

Adidas hat große Pläne mit seiner angekündigten Neuerwerbung Reebok. Nike soll bezwungen werden. Das Szenario gefällt mittlerweile auch den Börsianern. Einige Experten sind aber skeptisch, ob sich das Geschäft für den Sportartikel-Hersteller rechnet.

HB MÜNCHEN. Der fränkische Sportartikelhersteller zahlt 3,1 Mrd. € für die Übernahme des US-Rivalen Reebok. „Das ist ein großer strategischer Meilenstein“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer am Mittwoch in Herzogenaurach. Mit Reebok, bisher Nummer drei der Branche, verstärkt Adidas vor allem seine Präsenz in den USA, dem weltgrößten Markt für Sportartikel, bleibt aber auf Platz zwei hinter Nike. „Es ist eine wirklich einmalige Gelegenheit für beide“, betonte Hainer. Adidas bietet den Reebok-Aktionären je 59 Dollar für ihre Papiere, das ist ein Aufschlag von 34 % auf den jüngsten Börsenkurs.

Mit einem Jahresumsatz von zusammen knapp neun Mrd. € rücken Adidas und Reebok deutlich näher an Nike heran, das zuletzt umgerechnet elf Mrd. € umsetzte. Reebok setzte 2004 gut drei Mrd. € um. Damit geht die Konzentration in der Sportartikelbranche weiter. Der Lokalrivale Puma rückt nach der Fusion zwar auf Platz drei auf, ist mit einem Umsatz von 1,7 Mrd. € freilich noch weiter abgeschlagen als bisher. Eigentlich wollte Puma den Abstand zu den Großen auch mit Zukäufen verkürzen.

Die Adidas-Aktie kletterte um sechs Prozent auf 156,50 €, nachdem Börsianer ihre anfängliche Skepsis zu der spektakulären Übernahme abgelegt hatten, und war damit stärkster Gewinner im Deutschen Aktienindex (Dax). Die Puma-Aktie legte 4,4 % auf 216 € zu, Reebok eröffneten den Handel in New York mit 56,80 €.

Mit dem Zukauf zielt Adidas vor allem auf den US-Markt ab. „In Nordamerika muss man einfach sein“, sagte Hainer. Auf dem weltgrößten Sportartikelmarkt, der allein für 50 % der weltweiten Umsätze steht, verdoppelt der Konzern seinen Umsatz mit Reebok auf 3,1 Mrd. € und gewinnt neue Sportarten hinzu. Das eigene Geschäft in den USA hatte Adidas mühsam auf Vordermann gebracht. Zu Reebok gehören Marken wie Rockport, der Eishockey-Ausrüster Jofa und Greg Norman für den Golfsport. Die Stärke von Adidas liegt im Fußball, wo Reebok den europäischen Champions-League-Sieger FC Liverpool unter Vertrag hat. Adidas ist offizieller Partner der Fußball- Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. In Reebok läuft neben NBA-Basketball-Stars auch die Profiliga im American Football auf.

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