Refinanzierung von Autokrediten: Daimler erwägt Nutzung des Rettungsschirms

Refinanzierung von Autokrediten
Daimler erwägt Nutzung des Rettungsschirms

Entgegen früheren Ankündigungen denkt Daimler nach den Worten von Konzernchef Dieter Zetsche darüber nach, unter den staatlichen Rettungsschirm zu schlüpfen.

HB DETROIT. Zunehmend Probleme bereite es, am Markt Geld für die Refinanzierung von Autokrediten aufzutreiben, sagte Zetsche. "Das ist Fakt." Voraussetzung sei, dass sich die Lage verschlimmere oder andere Hersteller die Hilfen in Anspruch nähmen. Volkswagen hatte bereits im Dezember angekündigt, das Rettungspaket nutzen zu wollen. BMW hält sich diese Option bislang offen.

Ungeachtet der jüngsten Absatzeinbrüche auf den weltweiten Automärkten hat sich Zetsche für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch gezeigt. Eine Erholung der weltweiten Nachfrage in der zweiten Hälfte dieses Jahres sei zumindest denkbar, sagte Zetsche am Sonntag auf der Autoshow in Detroit. Für einen konkreten Ausblick auf 2009 sei es aber noch zu früh. Im vergangenen Jahr war der Absatz des Stuttgarter Konzerns um 2,3 Prozent auf 1,256 Millionen Fahrzeuge gesunken.

Trotz der Hoffnung auf eine Besserung sei die Lage im Augenblick zweifellos schwierig, sagte Zetsche. Die Folgen der Finanzkrise seien in der Branche unterschätzt worden. Alle Hersteller habe die Absatzkrise hart getroffen. Um die Nachfrage anzukurbeln, seien nun neue Produkte gefragt. Daher werde Daimler keine Abstriche bei Forschung und Entwicklung machen.

Mit Blick auf den Streit über den Anteil am US-Autobauer Chrysler in Höhe von 19,9 Prozent sagte Zetsche, Daimler sei weiter offen für Gespräche mit dem Mehrheitseigentümer Cerberus über eine Übergabe. Cerberus hatte hohe Nachforderungen an den früheren Eigner Daimler gestellt, der 2007 die Mehrheit an Chrysler abgegeben hatte. Hinzu kamen Vorwürfe, Daimler habe Cerberus über die wahre Lage bei Chrysler im Unklaren gelassen. Chrysler kämpft derzeit ums Überleben und hat vom Staat Hilfen in Höhe von sieben Milliarden Dollar gefordert. Bislang überwiesen wurden vier Milliarden

.

Daimler selbst habe derzeit kein Interesse an Übernahmen anderer Hersteller, sagte Zetsche. Allenfalls im Zulieferer-Bereich halte man die Augen offen. Hier seien vor allem zukunftsträchtige Bereiche wie Batterien oder Elektromotoren interessant. "Wir wollen alle Elemente zusammenbringen, die wir brauchen." Daimler werde die gegenwärtige Phase nutzen, um seine Position zu verstärken.

Auf der Autoshow in Detroit stellen die Stuttgarter in diesem Jahr unter anderem ihre optisch veränderte neue E-Klasse vor. Neben kantigerem Design, wie es auch schon beim neuen Geländewagen GLK zu sehen ist, bietet sie zahlreiche neue Sicherheitsfunktionen wie eine Müdigkeitserkennung oder die automatische Vollbremsung bei Unfallgefahr. Die Motorenpalette umfasst drei Diesel- und vier Benzinmotoren. Der Kraftstoffverbrauch soll um bis zu 23 Prozent geringer ausfallen. Die neue E-Klasse wird von März an bei den Händlern stehen.

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