Refinanzierungsbedarf
Kapitalerhöhungen kommen wieder in Mode

Kapitalerhöhungen finden weltweit wieder großen Zuspruch. Damit wird eine Entwicklung korrigiert, die in den letzten Jahren auf globaler Ebene sowohl eine kreditfinanzierte Übernahme-Welle als auch sehr umfangreiche Aktienrückkäufe ermöglichte. Welche Unternehmen in puncto Refinanzierung ihre Hausaufgaben gemacht haben – und welche nicht.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. So haben zum Beispiel alleine die Unternehmen des Dow Jones Index nach Daten von Bloomberg 2008 noch für fast 150 Mrd. Dollar Aktien zurück erworben. Bei den Vertretern des EuroStoxx-50 addierte sich das Volumen auf rund 75 Mrd. Euro.

Während die Rückkäufe im laufenden Jahr deutlich niedriger ausfallen dürften, deutet sich ein kräftig steigendes Volumen an Aktienemissionen an. Nach Daten von Thomson Financial erreichten sie bis Ende April bereits 50 Prozent des Vorjahresvolumens. Dabei konzentriert sich der Trend bislang vor allem auf Firmen, die nach großen Akquisitionen mit strapazierten Bilanzen in die Finanz- und Konjunkturkrise steuerten.

Konzerne wie Xstrata, Arcelor-Mittal, Dow Chemical oder Lafarge refinanzieren mit ihren Kapitalerhöhungen letztlich große Zukäufe, die man ursprünglich ohne Aktienausgabe stemmen wollte.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für die großen deutschen Unternehmen. Die 23 Industrieunternehmen im Dax-30 haben 2008 noch eigene Aktien im Rekordvolumen von mehr als 16 Mrd. Euro vom Markt genommen, darunter zum Beispiel auch der Daimler-Konzern mit Rückkäufen von mehr als vier Mrd. Euro.

Ebenso wie auf internationaler Ebene konzentrieren sich auch bei den deutschen Konzernen Kapitalerhöhungen bisher vor allem auf Unternehmen, die Refinanzierungsbedarf aufgrund von Übernahmen hatten oder noch haben. Beispiele dafür sind etwa die Kapitalerhöhung von Bayer nach der Übernahme von Schering, Merck nach dem Kauf von Serono und Linde nach der Übernahme von BOC im Jahr 2007.

Seite 1:

Kapitalerhöhungen kommen wieder in Mode

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%