Regeln für Direktinvestitionen sollen gelockert werden
Indiens Kaufkraft wächst enorm

Nicht nur die einheimischen Firmen entdecken das bevölkerungsreiche Land als Zielgruppe. Erleichtert wird der Einstieg dadurch, dass die strengen Regeln für Direktinvestitionen gelockert werden sollen.

BANGALORE. „High Tech“ ist für Venka Taswami ein Fremdwort – obwohl er nur zwei Jeep-Stunden von Bangalore entfernt lebt, dem Silicon Valley Indiens. Doch jetzt kann sich der indische Kokos- und Mangofarmer einen Eindruck davon verschaffen, was High Tech auch ihm bringen kann.

Ein Taschencomputer informiert Taswami über die Marktpreise seiner Früchte, mit dem Gerät kann er Düngemittel bestellen und Waren „online“ zum Verkauf anbieten. Und dafür muss Taswami nicht mal lesen und schreiben können. Der Taschencomputer arbeitet mit Symbolen, die auch Analphabeten verstehen. Das 200 Euro teure Gerät, eine Idee der indischen Firma Encore Tech, heißt „Simputer“ (Simple Computer) und ist eines der Produkte, die im Massenmarkt Indien Furore machen könnten.

Nicht nur einheimische Unternehmen haben Indien als rasch wachsenden Absatzmarkt entdeckt, auch ausländische Firmen sondieren das Terrain. Der Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) entwickelt im südindischen Kuppam für drei Mrd. Dollar pro Jahr Projekte und Ideen, die der ungebildeten Landbevölkerung helfen sollen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Ein Beispiel dafür sind so genannte „Village Photographers“, die mit einer mit Solarenergie betriebenen Kamera und einem Drucker von Haus zu Haus ziehen und als mobile Fotografen Geld verdienen. Die Menschen auf dem Land müssen seit dem nicht mehr in die Stadt fahren, um sich fotografieren zu lassen.

Am Anfang gab HP die Ausrüstung gratis ab, mittlerweile leihen die Jungunternehmer die Produkte von HP für neun Dollar pro Monat. Erfolg verspricht sich das Unternehmen auch von dem Billig-Computer HP Multiuser 441, der in Südafrika bereits auf dem Markt ist.

Dass Indien auch für den Einzelhandel attraktiv ist, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney. Indien liegt auf Platz zwei der interessanten Schwellenländer. Bislang unterlägen ausländische Direktinvestitionen einer Reihe strenger Regeln, die Unternehmen, die Geschäfte mit Endverbrauchern machen, am Markteintritt gehindert hätten, sagt Peter Pfeiffer, Leiter des Bereiches Konsumgüterindustrie und Handel bei A.T. Kearney. Ende November jedoch kündigte das indische Wirtschafts- und Handelsministerium an, diesen Markt stärker öffnen zu wollen – interessant für Unternehmen wie Carrefour und Walmart, die bereits ihr Interesse an Indien bekundet haben.

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