Regenerative Energie
Ein Windrad für den Vorgarten

Die Begeisterung für Windräder im Kleinformat ist groß, die Branche verzeichnet zweistellige Wachstumsraten. Doch die wenigsten Standorte eignen sich für die autarke Stromversorgung, warnen Experten.
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DüsseldorfÜber die Probleme der großen Windparkbetreiber können die Besitzer von Kleinwindkraftanlagen nur lachen. Ihre Mühlen werden niemals so viel Strom produzieren, dass eigene Leitungen verlegt werden müssen, um ihn zu verteilen, wie es derzeit bei den Offshore-Windrädern der Fall ist.

Dennoch wurden in den vergangenen Jahren zehntausende Kleinanlagen allein in Deutschland installiert, weltweit sind es mehrere Hunderttausend. Die Vorstellung, seinen eigenen Strom produzieren zu können, scheint attraktiv. Laut der World Wind Energy Assocition (WWEA) ist der Markt für die kleinen Brüder der großen Windräder in den vergangenen Jahren um durchschnittlich 35 Prozent gewachsen.

Bis 2015 soll das nach Einschätzung der Experten noch so bleiben, von 2015 bis 2020 soll sich das Wachstum aber auf 20 Prozent pro Jahr verlangsamen. Aber: „Die Nachfrage nach Kleinwindkraftanlagen übersteigt bei Weitem den tatsächlichen Absatz“, sagt Paul Kühn vom Fraunhofer-Institut IWES.

Die Kosten sind zwar überschaubar, 3000 bis 5000 Euro pro Kilowatt (KW) installierter Leistung muss man bezahlen. Als Geldanlage eignen sich Kleinwindkraftanlagen in Deutschland jedoch nicht. Die EEG-Umlage ist mit rund neun Cent zu gering, als dass sich die Investition rentieren würde, wenn man den Strom ins Netz einspeist. Da sind sich die Experten einig. Kleine Windmühlen lohnen sich nur für den Eigenverbrauch. Ein Vier-Personen-Haushalt würde bei einem optimalen Standort schon mit zwei KW auskommen.

Experten warnen jedoch davor, leichtfertig in diese Technik zu investieren. „Ob sich eine Kleinwindkraftanlage lohnt, muss man immer im Einzelfall anschauen“ sagt Stefan Gsänger von WWEA und Herausgeber einer Studie zum Potenzial von Kleinwindkraftanlagen. Laut dem aktuellsten Report des WWEA, der sich auf das Jahr 2010 bezieht, gibt es insgesamt 334 Hersteller für Kleinwindkraftanlagen. Davon kommen die meisten aus den USA (58) und China (57), immerhin noch 27 stammen aus Deutschland.

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  • Zudem ind sie leiser, laufen schon bei geringen Windgeschwindigkeiten und begrenzen ihre Drehzahl selbst, so das sie bei starken Wind nicht abgeschltet werden müssen.

  • Windkraftanlagen wären im Kleinformat sicherlich effektiver, wenn man Vertikalläufer zB Darieus-Rotoren bauen würde;hätte auch weniger Auswirkungen auf Vögel und keinen Schattenschlag etc

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