Regierung dementiert Kontenzugriff
Yukos kündigte Drosselung der Fördermenge an

Zeitweise stieg der Ölpreis um mehr als einen Dollar an. Grund dafür ist die Furcht vor Lieferschwierigkeiten des russischen Ölkonzern Yukos.

HB MOSKAU. Yukos hatte angekündigt, seine Förderung eventuell drosseln zu müssen, weil russische Behörden von einem Gericht den Zugriff auf alle Konten des angeschlagenen Unternehmens erhalten hätten. Die Regierung dementierte diese Nachricht am frühen Abend.

Yukos-Angaben zufolge ermöglicht das Urteil den Behörden Zugriff auf Bankeinlagen in Höhe von rund 76 Milliarden Rubel (etwa 2,1 Milliarden Euro). Darunter seien auch alle Konten von Tochterfirmen. Bislang seien nur die Konten des Mutterkonzerns eingefroren gewesen. „Das legt die Produktionskapazitäten von Yukos lahm“, erklärte das Unternehmen. In einzelnen Regionen könne die gesamte Geschäftstätigkeit des Konzerns zum Erliegen kommen. Er sei nicht mehr in der Lage, Rechnungen, Steuern oder Gehälter zu bezahlen. Dies könne auch zu sozialen Unruhen führen. „Als direkte, kurzfristige Auswirkung einer solchen Entscheidung wird es zu Spannungen in den Regionen kommen, in denen die Firma arbeitet“, warnte der Konzern.

Die russischen Behörden teilten dagegen mit, das Kerngeschäft des Öl-Konzerns sei nicht gefährdet. „Die Yukos-Erklärung ist totaler Unsinn. Das ist ein Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen“, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen Mitarbeiter des Steuer-Ministeriums. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in dieser Woche versichert, die russischen Ölfirmen würden ihre Förde- und Exportmengen erhöhen. Eine ähnliche Zusage hatte Putin im August bereits US-Präsident George W. Bush gegeben. Auch die meisten Analysten gehen nicht nicht davon aus, dass Yukos seine Förder- oder Exportmenge deutlich reduzieren wird.

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