Regierung fördert erneuerbare Energiequellen – Mühlen deutscher Hersteller sind gefragt
In Indien boomt das Windkraft-Geschäft

Drei Autostunden südwestlich der indischen Industriestadt Pune ist der Horizont gekrönt von den Flügeln weiß schillernder Windmühlen. Die Anlagen auf dem Plateau in mehr als 900 Meter Höhe bilden einen der größten Windparks Asiens.

SATARA. So weit das Auge reicht, drehen sich die Flügel von 820 Generatoren über dem roten Sand. Sie erzeugen rund 300 Megawatt Strom pro Jahr – so viel wie ein mittleres Kohlekraftwerk. Der Subkontinent Indien ist ein Wachstumsmarkt für erneuerbare Energie. Deutsche Anlagenbauer haben das längst erkannt. Jedes zehnte Windrad in dem Park betreibt die indische Tochterfirma des deutschen Windenergie-Marktführers Enercon. Während die Energieform in Deutschland umstritten ist, bieten sich in Indien enorme Chancen für die Hersteller der umweltfreundlichen Kleinkraftwerke. Die Regierung in Dehli beziffert das Potenzial für Windkraft auf eine Produktion von 45 000 Megawatt. Dabei sind nur sehr windige Standorte erfasst, beispielsweise Bergketten.

Bisher verfügt das Land über eine Leistung von knapp 2 500 Megawatt und liegt damit weltweit auf Platz fünf der Windenergieerzeuger. Gegenüber China hat Indien einen deutlichen Vorsprung. Seit Anfang der 80er Jahre steht erneuerbare Energie in Dehli auf der Agenda. Unter dem kommunistischen Regime in Peking verlaufe die Entwicklung dagegen eher schleppend, heißt es bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft in Köln.

In Indien verkaufen sich nicht nur Anlagen, sondern auch Know-how glänzend. Die indische Tochter des Stuttgarter Ingenieurbüros Fichtner etwa betreibt seit 1987 mehr als hundert Solarprojekte. Anders als China sei Indien wesentlich aufgeschlossener für Consulting, sagt der Geschäftsführer von Fichtner Solar, Georg Brakmann.

Wegen des rasanten Wirtschaftswachstums steigt der Strombedarf der Inder jährlich um zehn Prozent. Der Aufbau des Kraftwerksparks kann dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Verschärft wird die Energieknappheit durch hohe Leitungsverluste, bedingt durch das marode Netz und durch Diebstahl. An die Landwirtschaft müssen die Energieversorger den Strom verbilligt abgeben, was die Kosten für andere Kunden zusätzlich in die Höhe treibt. Die Strompreise für Gewerbekunden sind so hoch, dass energieintensive Unternehmen eigene Kraftwerke bauen – unter anderem Windparks.

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