Regierung in Doha will 230 Milliarden Dollar investieren
Deutsche verpassen Auftragschancen in Katar

An ehrgeizigen Investitionsplänen herrscht kein Mangel in Katar. 230 Mrd. Dollar will das Wüstenemirat am Persischen Golf in den nächsten sieben Jahren investieren: in die Öl- und Gaswirtschaft, Industrieentwicklung, Infrastruktur, Bildung, Sportanlagen und Tourismus. Ein Eldorado für Unternehmen aus aller Welt. Sie stehen Schlange bei den katarischen Scheichs. Doch deutsche Konzerne machen sich rar.

DOHA. Mit 20,5 Prozent Wachstum 2004 war Katar eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Und das Tempo bleibt hoch. Allein in die Öl- und Gasindustrie, in Verflüssigungsanlagen, Tankerflotten, Up- und Downstreamanlagen pumpt Katar in den kommenden Jahren 130 Mrd. Dollar. Das Emirat profiliert sich im Erdgassektor mit Gas-to-liquid-Verfahren (GTL), bei denen hochreine Flüssigkraftstoffe als Dieselersatz gewonnen werden. 20 Millionen Tonnen gehen 2005 in den Export, 2012 werden es gut 70 Millionen sein.

Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft will Emir Hamad bin Khalifa Al Thani in die Diversifizierung seiner Wirtschaft stecken. „Unser Augenmerk richtet sich in erster Linie auf die Infrastruktur sowie den Ausbau der Bildungssysteme“ sagt Wirtschaftsminister Mohamed bin Ahmed bin Jassim Al Thani dem Handelsblatt in Doha.

An Projekten mangelt es auch nicht: ein neuer Flughafen für bis zu 50 Millionen Passagiere in der dritten Ausbaustufe im Jahr 2012 ist in Arbeit, zwei Häfen für Gastransporte und Containerterminals, die größte Aluminiumhütte der Welt wird ebenso wie die größte Düngemittelfabrik in Katar stehen. Die Asian Games 2006 sorgen für prächtige Arenen. Neue Hotels und Bürotürme schießen aus dem Boden wie Pilze. Konferenz- und Messezentren, Museen, eine künstlich aufgeschüttete Luxusinsel, Industrieparks und Bildungsstätten: Noch einmal 100 Milliarden Dollar gibt der Emir dafür aus.

Auch der Transrapid steht auf der Wunschliste, eines der wenigen Vorhaben, auf das sich die deutsche Wirtschaft konzentriert. Thyssen-Krupp und Siemens erweitern ihre Präsenzen in Doha, unterzeichnen neue Joint-Venture- und Absichtserklärungen, um zumindest bei der Magnetschwebebahn am Ball zu bleiben. Ansonsten hinkt die deutsche Industrie der Konkurrenz weit hinter her. Dabei war sie in manchen bereichen Wunschpartner Katars. Zum Beispiel für die Düngemittel-fabrik. Zum Zuge gekommen sind die Norweger. Abgewinkt hat die deutsche Wirtschaft auch auf Angebote bei der Entwicklung des Gasgeschäftes, in der Aluminiumwirtschaft und bei Speziallieferungen für Bauprojekte.

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