Regierung lockt mit Subventionen
Arbeitskämpfe belasten Autohersteller auch in Südafrika

Mercedes, Volkswagen und BMW produzieren am Kap. In den vergangenen fünf Jahren haben deutsche Autobauer dort fast 1,1 Milliarden Euro investiert. Doch fast täglich gibt es Probleme, schließlich sehen sich die Autohersteller in Südafrika mit massiven Arbeitskämpfen konfrontiert.

HB KAPSTADT. Daimler-Chrysler zieht es nach Südafrika: Die neue C-Klasse von Mercedes könnte auch am Kap gebaut werden, wenn im deutschen Stammwerk Sindelfingen die Kosten nicht sinken – so droht Mercedes-Chef Jürgen Hubbert seinen heimischen Mitarbeitern.

Fraglich ist allerdings nach Ansicht von Marktbeobachtern, ob sich der Konzern damit einen Gefallen tut. Denn die große Entfernung Südafrikas zu den Weltmärkten, Zusatzkosten durch die hohe Rate an Aids-Infizierten und vor allem ein rigider, überregulierter Arbeitsmarkt erweisen sich immer mehr als Nachteil für den Standort am Kap der Guten Hoffnung.

Im südafrikanischen East London in der armen Provinz Ostkap baut Mercedes derzeit rund 55 000 Autos pro Jahr. Fast ausschließlich Modelle mit Rechtssteuer laufen hier vom Band, bestimmt für den Export nach Großbritannien, Australien, Japan und das übrige Afrika. Und laut Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp nehmen die Kunden die Autos vom Kap sehr gut an, der Konzern sei „äußerst zufrieden“ mit dem Werk. Da liegt die Überlegung nicht so fern, die Produktion auf 100 000 Fahrzeuge jährlich zu erhöhen.

Vor allem die Anreize, die die Regierung gibt, locken ausländische Hersteller – Südafrika hat seit dem Ende der Apartheid das Umfeld für attraktive Investitionen geschaffen. Bis 2012 hat der Staat sein Entwicklungsprogramm jüngst verlängert. Unter anderem können die Hersteller Autoteile zollfrei importieren. Neben Mercedes produzieren auch Volkswagen und BMW am Kap. In den vergangenen fünf Jahren haben deutsche Autobauer hier fast sieben Mrd. Rand (umgerechnet rund 1,1 Mrd. Euro) investiert.

Aber längst nicht alles ist eitel Sonnenschein im südlichen Afrika. Der neue Chef von VW in Südafrika, Andreas Torstmann, gibt zu: „Es ist schwer zu sagen, ob die Industrie ohne die derzeit gewährten Anreize existenzfähig wäre.“

Seite 1:

Arbeitskämpfe belasten Autohersteller auch in Südafrika

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%