Regierung lockt Nissan und GM auf die Insel
Briten fördern massiv neue Stromautos

Erst testeten die Minister den BMW Mini Electric, dann erläuterten sie, wie sie Großbritannien zum Pionier der neuen Autotechnik machen wollen. Kaufzuschüsse von 2 000 bis 5 000 Pfund pro Fahrzeug sollen die erste Generation massenproduzierter Elektrofahrzeuge fördern, wenn sie ab 2011 von den Bändern rollen. Hoffnungsträger sind dabei Nissan, Jaguar und - GM.



LONDON. Von den dafür vorgesehenen 250 Mio. Pfund werden 20 Mio. Pfund als Startinvestition für ein Netz von Stromtankstellen in neuen „Stromauto-Städten“ abgezweigt.





„Diese Anreize machen elektrische Autos zur echten Option für Autofahrer und Großbritannien zum Weltführer des kohlenstoffarmen Verkehrs“, behauptete Verkehrsminister Geoff Hoon. Wirtschaftsminister Peter Mandelson ergänzte, er werde den Prozess „mit einem neuen industriepolitischen Aktivismus leiten und fördern“.





Seit die britische Regierung die Förderung von „Electric Vehicles“ (EV) auf die Tagesordnung gesetzt hat, wurden etwa 400 Mio. Pfund für die Entwicklung grüner Technik, etwa durch Kreditgarantien, zur Verfügung gestellt. Nissan und Jaguar erhielten zusammen eine halbe Milliarde über die Europäische Investitionsbank.





Die Briten hoffen, dass Nissan das Werk in Sunderland zur europäischen Hauptproduktionsstätte für das mit Renault entwickelte EV macht, das ab dem nächsten Jahr in den USA und ab 2012 in Europa in Produktion gehen soll. Nissan hat ein Kooperationsabkommen mit der Region Nordeast geschlossen, um Sunderland und Newcastle zu Stromauto-Städten zu machen. Zweiter Hoffnungsträger der Briten ist GM, dessen Hybrid Flextreme im Vauxhall-Werk Ellesmere Port in Cheshire gebaut werden könnte – sofern die Firma ihre Krise überlebt.





Londons Bürgermeister Boris Johnson will London zur Hauptstadt der Stromautos machen. Er hat 20 Mio. Pfund aus der Stadtkasse für ein Netzwerk von 25 000 Ladestellen versprochen. London hat bereits rund 2 000 EVs und über 40 Stromtankstellen.



Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent
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