Regierung schlägt neuen Weg ein
Die Freiwilligkeit ist passé

Ein Jahrzehnt nach dem Ende der Apartheid will der regierende African National Congress (ANC) der schwarzen Bevölkerung Südafrikas auch wirtschaftlich den Rücken stärken.

Die Losung heißt „Black Economic Empowerment“ (BEE) und steht für das Bemühen der Regierung, den Schwarzen am Kap den Weg in die von Weißen dominierte Wirtschaft zu bahnen. Angesichts der geringen Fortschritte beim wirtschaftlichen Umbau des Landes hat sich die Regierung nun zu einer erheblich aggressiveren Vorgehensweise entschlossen.

Während die ersten Förderprogramme überwiegend auf Freiwilligkeit beruhten, wird die Wirtschaft am Kap inzwischen mit einem Arsenal von Gesetzen und Quoten zum Umdenken gezwungen. Die neuen Gesetze basieren im Wesentlichen auf einem Bericht der „Kommission zur wirtschaftlichen Förderung der Schwarzen“.

Skeptiker beklagen, dass es trotz des Transfers großer Aktienpakete aus weißen in schwarze Hände nicht zu durchgreifenden Änderungen gekommen ist. Das Los der breiten schwarzen Masse hat sich kaum verbessert. Statt dessen haben sich wenige Schwarze – mit guten politischen Beziehungen – bereichert.

Als Trendsetter für die BEE-Politik gilt die Bergbau-Charta. Sie soll dafür sorgen, dass von Schwarzen geführte Unternehmen in zehn Jahren zu 26 Prozent an allen Minen des Landes beteiligt sind. In leicht abgewandelter Form hat der ANC dieses Modell auch auf andere Branchen übertragen. Gemäß der Bergbau-Charta müssen bis zum Jahr 2007 auch 40 Prozent des leitenden Personals Schwarze sein. De Beers hat sich bis zum Jahr 2009 eine Zielvorgabe von 60 Prozent gesetzt.

Für Unruhe sorgt in Südafrika die Frage, wie die Beteiligung Schwarzer finanziert werden soll. Schließlich handelt es sich bei den ins Visier genommenen Unternehmen um riesige Konzerne – und der Erwerb eines Anteils von 26 Prozent wie jetzt bei De Beers wird kostspielig. wd

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