Regierung übt Kritik
Daimler-Chrysler gibt MTU ab

Der deutsch-amerikanische Autobauer Daimler-Chrysler verkauft den Triebwerkshersteller MTU Aero Engines an die US-Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR).

HB MÜNCHEN/STUTTGART. Branchenkreisen zufolge beträgt der Kaufpreis für das Münchener Traditionsunternehmen, von dem sich der Autokonzern im Zuge seiner Konzentration auf das Fahrzeuggeschäft nach monatelangen Verhandlungen trennt, rund 1,5 Mrd. €.

„Der Verkauf an KKR eröffnet MTU Aero Engines neue Möglichkeiten für eine konsequente Weiterentwicklung“, teilte Daimler-Chrysler am Freitag in Stuttgart mit. Die Beteiligten ließen allerdings offen, wie diese aussehen könnte. Auch zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung durch den Aufsichtsrat und die Kartellbehörden. „Das Closing wird zum Ende dieses Jahres erwartet“, hieß es in einer Mitteilung von KKR.

Die Bundesregierung, die im Sommer noch einen deutschen MTU-Käufer gefordert hatte, äußerte sich enttäuscht. „Es ist schade, dass eines der größten Unternehmen in unserem Land sich nicht in der Lage sieht, ein Unternehmen der Spitzentechnologie wie MTU in eigener Verantwortung weiterzuführen“, kritisierte das Bundeswirtschaftsministerium Daimler-Chrysler. „Angesichts der umfänglichen Unterstützung durch die öffentliche Hand gehen wir davon aus, dass KKR die MTU als Ganzes erhält und einen späteren Börsengangs des Unternehmens ermöglicht.“ In Deutschland angelaufene Programme müssten fortgeführt werden.

Die Transaktion war erwartet worden, nachdem die Stuttgarter bereits vor Wochen das Bieterfeld auf KKR und den britischen Rivalen Doughty Hanson verengt und zuletzt primär mit dem US-Private-Equity-Haus verhandelt hatten. MTU hatte 2002 mit gut 8300 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,2 Mrd. € erzielt - rund 80 % davon im zivilen Triebwerksgeschäft.

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