Regierung will möglicherweise „im einen oder anderen Moment ein Wort mitreden“
Frankreichs Premier warnt Novartis

Frankreichs Premierminister Jean-Pierre Raffarin hat den Schweizer Pharmakonzern Novartis indirekt vor einer Übernahme des deutsch-französischen Konkurrenten Aventis gewarnt. „Der Aufbau einer großen europäischen Pharmagruppe, die tief verankert, aber auch tief geprägt ist von den deutsch-französischen Beziehungen, ist strategisch für Frankreich“, sagte Raffarin.

cn PARIS. Novartis-Chef Daniel Vasella hat vor wenigen Tagen Interesse bekundet, Aventis als „weißer Ritter“ in der Übernahmeschlacht gegen den französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo beizustehen.

Raffarin erklärte die Pharmaindustrie damit erstmals zu einer „strategischen“ Industrie. „Ich denke besonders an Impfstoffe, an alles, was das wissenschaftliche Potenzial von Aventis betrifft.“ Dies könne „sehr wichtig werden in unserem Kampf gegen den Terrorismus im Allgemeinen und unserem Kampf gegen den Bioterrorismus im Besonderen“, sagte der Premierminister. Im Umfeld des Regierungschefs hieß es, er wolle mit seiner Äußerung unterstreichen, dass Frankreich „im einen oder anderen Moment ein Wort mitzureden“ habe bei einer Pharmafusion.

Bei „strategischen“ Industrien reserviert sich Frankreichs Regierung traditionell ein Mitspracherecht bei Fusionen. Bisher bezog sich dieser Begriff jedoch auf Rüstungsbetriebe im engeren Sinne. Anders als an vielen Rüstungsunternehmen besitzt Frankreich aber weder an Aventis noch an Sanofi Anteile.

Bereits kurz vor der Offensive von Sanofi-Chef Jean-François Dehecq gegen Aventis-Boss Igor Landau hatte Frankreichs Finanzminister Francis Mer gesagt, die Schaffung eines großen europäischen Pharmakonzerns sei angesichts der Konsolidierung am Weltmarkt wünschenswert. Seitdem hat sich Frankreichs Regierung aber aus dem Übernahmekampf herausgehalten.

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