Regionalversorger steuert auf Verlust im Gesamtjahr zu
Konzernumbau belastet Mannheimer MVV

Der Konzernumbau bei MVV hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2003/04 (zum 30. September) zu einem starken Ergebnisrückgang geführt. Unter dem Strich stand nur noch ein ausgeglichenes Ergebnis. Im Gesamtjahr droht dem Mannheimer Regionalversorger sogar ein Verlust.

HB STUTTGART. Der Überschuss nach Anteilen Dritter habe in den ersten neun Monaten bei null gelegen, teilte MVV am Montag in Mannheim mit. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen dank des Verkaufs seiner Beteiligung an der Gasversorgung Süddeutschland im gleichen Zeitraum noch 168 Mill. € Gewinn erwirtschaftet. Im laufenden Jahr wird das Ergebnis der MVV allerdings von Abschreibungen von mindestens 52 Mill. € auf unrentable Beteiligungen belastet. Davon seien 41 Mill. € im ersten Dreivierteljahr berücksichtigt worden.

Wie hoch der Verlust im Gesamtjahr ausfallen wird, hänge von der derzeit laufenden Überprüfung der Wertansätze für die teuer eingekauften Beteiligungen an Stadtwerken in Offenbach, Solingen und Ingolstadt ab. Nach früheren Angaben aus Unternehmenskreisen könnten dafür weitere 30 bis 50 Mill. € fällig werden. Ein Ergebnis der Überprüfung soll im September vorliegen. Ohne die möglichen zusätzlichen Abschreibungen hatte Finanzchef Hans- Georg Hägele den erwarteten Verlust im Mai auf 34 Mill. € beziffert. Trotz der roten Zahlen wolle MVV den Aktionären eine „attraktive Dividende“ vorschlagen, betonte Vorstandschef Rudolf Schulten. Die Stadt Mannheim hält 72 % an der MVV.

Um Sondereffekte bereinigt lag das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) in den ersten neun Monaten mit 127 Mill. € um drei Prozent höher als in der Vorjahrperiode. Bis zum Ende des Geschäftsjahres dürfte das Ebit auf 110 bis 120 (Vorjahr: 121) Mill. € schrumpfen, wie Schulten bekräftigte. „Wir werden uns dem anhaltenden Wettbewerbsdruck nicht entziehen können“, sagte er. Ohne Sondereffekte stieg der Überschuss nach Steuern im ersten Dreivierteljahr um elf Prozent auf 41 Mill. €.

Weiter ausgebaut hat MVV den Konzernumsatz: In den ersten neun Monaten kletterte das Gesamtvolumen um neun Prozent auf 1,25 Mrd. €. Im wettbewerbsintensiven Strom-Geschäft legte der Umsatz den Angaben zufolge um 18 % zu. Ein Ebit-Anstieg um 15 % in der Kernsparte habe die Einbußen im Wärme- und Wassergeschäft wettgemacht. Für das Gesamtjahr 2003/04 stellte Schulten eine „leichte“ Steigerung des Umsatzes in Aussicht.

Bei Stadtwerken will MVV in Deutschland weiter zukaufen: „Wir sehen gute Chancen, zukünftig von den stark gefallenen Preisen für Stadtwerke zu profitieren und uns günstig an profitablen Unternehmen zu beteiligen“, teilte MVV weiter mit. Erst im April hatte der Konzern einen 51-prozentigen Anteil an den Stadtwerken Kiel gekauft. An den Plänen für einen zweiten Börsengang, mit dem größere Zukäufe finanziert werden könnten, hielt Schulten fest. Vor 2005 sei dies aber nicht realistisch.

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