Regionalversorger will doch nicht an die Börse
EWE sagt Börsengang ab

Der Energieversorger EWE aus Oldenburg hat seine Pläne für einen Börsengang zurückgezogen. Die jüngsten Zukäufe sollen nun durch Fremdkapital finanziert werden.

HB DÜSSELDORF. Die kommunalen Eigentümer hätten sich für eine langfristige, eigenständige Finanzierung der Akquisitionen entschieden. Der Vorstand begrüßte die Entscheidung. Einige Details der Finanzierung seien noch offen. Denkbar sei unter anderem eine Unternehmensanleihe.

Vorstandschef Werner Brinker schloss einen Börsengang zu einem späteren Zeitpunkt aber nicht aus. Noch im Februar hatte er Reuters gesagt, auf jeden Fall noch in diesem Jahr 40 % der EWE an die Börse bringen zu wollen.

EWE hatte Ende vorigen Jahres die Beteiligungen des Eon-Konzerns an den Stadtwerken Bremen und der Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) übernommen. Die kommunalen Eigentümer kauften damals auch den Eon-Anteil an EWE von 27,4 % zurück. Seither gehört das Unternehmen zu 100 % den beiden kommunalen Verbänden Weser-Ems Energiebeteiligungen (WEE) und Energieverband Elbe-Weser (EEW).

EWE will früheren Angaben zufolge auch künftig durch Zukäufe im Strom- und Gasgeschäft wachsen. „Die von uns gewählte Lösung hat vor dem Hintergrund der starken Veränderungen am europäischen Energiemarkt besonderen Charme und lässt und die notwendige Handlungsfreiheit, auf sich bietende Chancen zu reagieren“, erklärte Vorstandschef Brinker weiter. Wachstumsmöglichkeiten sieht er grundsätzlich in der Telekommunikation und in der Informationstechnologie. Im Energiegeschäft hatte er im Frühjahr neben Deutschland vor allem Osteuropa, und dort vor allem Polen, Tschechien und die Slowakei als interessante Märkte ausgemacht.

Der Börsengang der EWE wäre einer der größten in diesem Jahr gewesen. Zuvor hatten allerdings bereits mehrere anderer Unternehmen ihren Börsengang abgesagt.

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