Reifenhersteller
Michelin muss 1100 Jobs kürzen

Michelin muss ähnliche Maßnahmen durchführen wie der Konkurrent Continental: Der französische Reifenhersteller will im Rahmen einer Umstrukturierung knapp 1100 Stellen streichen. Betriebsbedingte Kündigungen sollten aber vermieden werden.

PARIS. Der französische Reifenhersteller Michelin hat gestern einen umfangreichen Restrukturierungsplan angekündigt. Danach sollen 1.093 Stellen in Frankreich gestrichen werden. Auf Entlassungen will Michelin allerdings verzichten. Die Personalreduzierung soll über Ruhestandsregelungen, freiwillige Kündigungen und Versetzungen von Arbeitern erreicht werden.

Das französische Unternehmen leidet wie auch die anderen Reifenhersteller stark unter der Krise der Autoindustrie. Nur etwa 50 Prozent der Kapazitäten in den französischen Werken werden derzeit genutzt. Allein im ersten Quartal 2009 ging der Umsatz um 14,2 Prozent zurück. Zwei französische Reifenwerke sind von Kürzungen betroffen, eins in Nordfrankreich soll ganz geschlossen werden. Knapp 600 der Betroffenen sollen innerhalb des Konzern woanders eine Beschäftigung finden. Zahlreichen Mitarbeitern wird auch der Frühruhestand angeboten. Es wird damit gerechnet, dass in den kommenden drei Jahren rund 1.800 Angestellte das Unternehmen freiwillig verlassen. Deshalb kündigte Michelin an, dass jährlich 500 neue Mitarbeiter eingestellt werden sollen, um für „Erneuerung“ zu sorgen.

Ob auch im Ausland eingespart werden soll, wurde bisher nicht bekannt. Michelin hat knapp 120.000 Mitarbeiter in 69 Werken in 19 Ländern, in Deutschland in Karlsruhe, Homburg, Bad Kreuznach, Bamberg und Trier. In Frankreich ist Michelin der dritte Reifenhersteller nach dem deutschen Continental und dem US-Konzern Goodyear Dunlop, der Stellenkürzungen ankündigt. Bei der Konkurrenz stießen die Entlassungspläne auf heftige Proteste, die Michelin hofft zu vermeiden.

Zu den Restrukturierungsmaßnahmen gehört aber auch, dass Michelin den Bereich Forschung und Entwicklung ausbauen will. Dafür sollen mehr als 100 Millionen Euro im zentralfranzösischen Hauptsitz Clermont-Ferrand, wo derzeit 11.800 Mitarbeiter beschäftigt sind, investiert werden. Die Zahl der Arbeitsplätze soll dort innerhalb von drei Jahren um 1 500 steigen.

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