Reifenmarkt
Conti macht Hoffnung für 2014

Continental geht davon aus, dass sich die zuletzt ausbleibende Nachfrage auf dem Reifenmarkt im kommenden Jahr wieder bereinigt. Der Autozulieferer stellt für 2014 wieder Wachstum in Aussicht.
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FrankfurtDer Autozulieferer Continental rechnet nach einer beispiellosen Durststrecke auf Europas Reifenmärkten für das nächste Jahr mit der Rückkehr zur Normalität. „Für 2014 gehen wir davon aus, dass wir tendenziell wieder ein normales Reifenjahr haben - vielleicht etwas gedämpft“, sagte Conti-Reifenvorstand Nikolai Setzer am Mittwoch auf der Automesse IAA der Nachrichtenagentur dpa. Normal seien drei bis vier Prozent Wachstum in Europa - nächstes Jahr sollen laut seiner Prognose zumindest zwei bis drei Prozent drin sein.

Der Dax-Konzern kämpft mit bisher unbekannter Kaufzurückhaltung beim Reifenwechsel - sie hält nun schon mehrere Quartale in Folge an. Dieses Ersatzgeschäft mit Privatpersonen und Autoflotten macht gut 70 Prozent vom Umsatz der gesamten Reifensparte aus. Diese Division wiederum trägt gut ein Drittel zum Gesamtgeschäft des Autozulieferers bei. Zum Halbjahr 2013 lag die Reifensparte vier Prozent im Minus.

„Von den minus vier gehen wir langsam in Richtung Null, und wir glauben, dass wir am Ende des Jahres bestenfalls noch plus eins machen - also am Ende irgendwo zwischen null und eins landen“, sagte Setzer. Allein in Deutschland liege der Verkauf im Reifenhandel an den Endverbraucher per August bei minus acht Prozent, was das maue Geschäft mit Sommerreifen spiegelt. Schub soll der Winter bringen.

Bei den Gründen für die Durststrecke greife vieles ineinander. „Das kann man einfach nur dadurch erklären, dass alle Faktoren zusammenkommen. Wir haben jetzt mehrere Quartale erlebt, die einfach nicht normal sind“, betonte Setzer. Offensichtlich führen etliche Autofahrer die Reifen einfach länger und wechselten später. „Der Eine oder Andere fährt vielleicht auch Winterreifen durch und wechselt nicht.“ Zudem hielten Reifen in der Tendenz auch immer länger.

Langfristig will Conti erheblich vom China-Geschäft profitieren, wo bereits heute der größte Auto-Einzelmarkt der Welt liegt und die Wachstumsaussichten enorm sind. Laut dem europäischen Branchenverband ACEA kamen im Jahr 2010 im Reich der Mitte erst 32 Autos auf 1000 Einwohner. In Europa waren es dagegen 477.

Zwei junge Trends spielen Conti zudem in die Hände, sagte Setzer. Autoräder würden in der Tendenz immer größer, auch getrieben durch das Plus an Geländelimousinen (SUV). Größere Räder mit entsprechenden Reifen sind margenträchtiger. Zudem verlangten die auf Leichtlauf getrimmten Elektroautos High-Tech-Pneus - eine von Contis Stärken.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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