Reifenwerk in Südamerika geplant
Continental hebt Prognose an

Der Automobilzulieferer Continental hebt erneut seine Gewinnprognose für 2003 an. „Wir werden Ende des Jahres signifikant über 750 Millionen Euro liegen“, sagte Vorstandschef Manfred Wennemer dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

HB HANNOVER. Continental will auch für sein Amerika-Geschäft zusätzliche Kapazitäten in so genannten Niedriglohnländern schaffen. Konzernchef Manfred Wennemer kündigte im Wirtschaftsmagazin „Capital“ den Bau eines Reifenwerkes in Südamerika an. Wie ein Conti-Sprecher am Mittwoch ergänzte, wird derzeit bereits nach einem konkreten Standort gesucht. Bislang produziert Conti in Übersee Reifen noch vorrangig in den USA und in einem mexikanischen Werk.

Conti-Sprecher Hannes Boekhoff wollte zur Anhebung der Prognose keine näheren Angaben machen. Analysten hatten bereits im Oktober bei Vorlage der Neun-Monats-Bilanz die bisherige Conti-Prognose als zu verhalten bezeichnet und erklärt, das Conti-Ergebnis werde aller Voraussicht nach an 800 Mill. € heranreichen. Zunächst hatte Conti in diesem Jahr als Zielmarke ausgegeben, das Ebita des Vorjahres von 694 Mill. € zu übertreffen. Diesen Wert hatte der Konzern, der nach der Schließung mehrere Werke vor allem in Westeuropa, binnen kurzer Zeit wieder aus den roten Zahlen gekommen war, bereits nach neun Monaten mit 661 Mill. € Ebita fast erreicht.

Wennemer bekräftigte seine Strategie, den Anteil der Produktion an Niedriglohnstandorten weiter zu erhöhen. In Europa solle die Quote durch Aufstockung der Kapazitäten in Osteuropa von derzeit 50 auf 60 % steigen. Schon mehrfach hatte Wennemer betont, wenn die derzeit wieder gute Nachfrage nach Reifen wieder zurückgehe, werde Conti eines der teureren Werke in Westeuropa schließen.

Der Aufbau einer Reifenproduktion in Südamerika steht im Zusammenhang mit den Bemühungen von Conti, die Probleme im US-Reifengeschäft in den Griff zu bekommen, wo der Konzern seit Jahren Verluste schreibt. Bis 2005 ist die Ertragswende geplant. Verworfen hat Conti Überlegungen in Mexiko, wo das Unternehmen nach der Schließung des Standortes Guadalajara derzeit noch ein Reifenwerk betreibt, wieder einen zweiten Standort aufzumachen.

Die Conti-Aktie, die seit September im Dax gelistet ist und in den vergangenen Monaten stark zugelegt hatte, notierte am Mittwoch leicht mit 0,3 % im Minus bei 30,78 €.

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