Reise nach Fernost
Deutschland AG macht China seine Aufwartung

Kanzlerin Merkel und die Elite der deutschen Wirtschaft sind auf großer Tour in China. Die meistdiskutierte Frage: Ist China noch Partner oder schon Rivale? Das Verhältnis ist nicht spannungsfrei.
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Berlin/PekingDeutschland macht seine Aufwartung in China. Gleich drei Maschinen der Luftwaffe werden morgen früh in Peking landen. Kanzlerin Angela Merkel kommt mit sechs Bundesministern und zehn Topmanagern, darunter fünf Vorstandschefs von Dax-Konzernen, in zwei Airbussen A340 aus Berlin angereist.

Außenminister Guido Westerwelle reist mit einer A310 aus Kasachstan an. In Peking werden sich dann zehn weitere Topmanager dazugesellen und die größte Wirtschaftsdelegation komplettieren, die je von Deutschland nach Fernost aufgebrochen ist.

Gesprächsstoff in den drei Regierungsfliegern gibt es genug. Es geht nicht nur um die wachsende Bedeutung Chinas als Absatzmarkt und Produktionsstandort für deutsche Firmen. Zentral ist die Frage, wie man mit dem immer selbstbewusster auftretenden Partner umgeht. Warum dürfen deutsche Investoren in wichtigen Branchen nur Gemeinschaftsfirmen mit chinesischen Partnern gründen? Wie sollen Firmen mit illegalem Technologietransfer umgehen, ohne Absatzchancen zu verlieren? Ist China Partner oder Rivale?

Die Wirtschaftsdaten zeigen Chinas gewachsene Bedeutung eindrucksvoll: 2011 lieferten deutsche Exporteure Waren für 64,8 Milliarden Euro in die Volksrepublik, die wichtigstes außereuropäisches Zielland nach den USA war.

Vom Mittelständler bis zum Dax-Konzern haben deutsche Unternehmen mehr als 25 Milliarden Euro in Fabriken und Vertriebsnetze im Reich der Mitte investiert. Adidas und Daimler erzielen rund zehn Prozent ihres Umsatzes in China, bei BMW sind es 16,8 und bei Volkswagen sogar über 30 Prozent. VW beschäftigt 48.000 Mitarbeiter in China, Siemens 43 000.

Kommentare zu " Reise nach Fernost: Deutschland AG macht China seine Aufwartung"

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  • @Falk: Sehr gut analysiert! Deutschland schaut nach Osten >> Russland >> China, die Eurasische Platte! Dort ist die Zukunft, Rohstoffe und Absatzmärkte. Und vor allem: hoffentlich bald kein Dollarbetrug mehr. Sobald die gegenseitige Anerkennung der Währungen vollzogen ist (vielleicht über Metall-Standard?)kann die gegenseitige fruchtbare Zusammenarbeit für den Euro-Asiatischen Raum riesige Erfolge zeigen. Nix mehr mit Fiat-Dollar und Kriegen um Öl, wie derzeit in Syrien (>>Iran). Ich verweise auf das interessante Buch des amerikanischen Öl-Ingenieurs F.W. Engdahl. Zitat von Scheich Ahmed Zaki Yamani, früherer Ölminister von Saudi-Arabien.: „Dieses Buch [Mit der Ölwaffe zur Weltmacht] ist der einzige genaue Bericht über die Geschehnisse um den Ölpreis 1973, den ich kenne. Ich kann die Lektüre nachdrücklich empfehlen.“

  • Ja, die Welt ist mittels Krise und Angst-Schüren im Würgegriff einer Politiker-Kruste, die sich zum Ziel gesetzt hat, alle Fundamente und bisher bewährten Systeme einzureissen und der Welt eine "Neue Weltordnung" überzustülpen. Alles ist in Bewegung gekommen, nur es ist kein Vertrauen in die Akteure vorhanden. Ich jedenfalls vertraue Merkel, den ALt-Pateien sowieso, Barosso, Draghi usw. überhaupt nicht. Warum sollte ich auch.

  • pro_D
    Sie sind also stolz auf die "Deutschland-AG". Mit Deutschland hat die deutsche Wirtschaft seit der Globalisierung leider nicht mehr viel zu tun. Die Menschen sinken hier immer weiter ab in unqualifizierte Billigjobs und HARZ4. Dafür werden sie ausgequetscht und geplündert. Oder sie fangen sofort als Jugendliche mit HARTZ4 und (Nebenbei)-Arbeit an. Wen wunderts ? Niveau-losigkeit und Bildungs-Einbrüche überall in Deutschland.

    Deutschland-AG das heisst auch, dass die AKtien in den Händen von chinesischen "Investoren" gelangen. DIe sitzen dann mit am Tisch der Aufsichtsräte.

    So, pro-D seien sie mal stolz, dass Merkel unser Tafelsilber verscherbelt - so alternativlos natürlich !!

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