Reisebusse
Daimler holt Großauftrag für Fußball-WM

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sollen 90 Gelenkbusse von Daimler im brasilianischen Rio de Janeiro fahren. Die recht kleine Omnibussparte des Stuttgarter Autokonzerns hatte zuletzt mit Renditeschwund zu kämpfen.
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StuttgartDie Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 sorgen beim Autobauer Daimler schon jetzt für gute Geschäfte. Der weltgrößte Omnibushersteller sicherte sich einen Großauftrag über gut 90 Gelenkbusse für die Metropole Rio de Janeiro. Zusätzlich zu den Bussen werde Daimler auch Serviceleistungen für das Nahverkehrssystem erbringen, teilte der Stuttgarter Konzern am Dienstag mit, ohne den Auftragswert zu beziffern. Für die beide sportlichen Großereignisse werden in der brasilianischen Großstadt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern für Omnibusse separate Spuren eingerichtet, um die Fahrgäste schneller befördern zu können. Insgesamt soll das sogenannte "Bus Rapid Transit"-System eine Streckenlänge von 150 Kilometern haben. Gebaut werden die Omnibusse für bis zu 146 Fahrgäste bei der brasilianischen Tochtergesellschaft Mercedes-Benz do Brasil.

Die Bus-Sparte von Daimler kämpft mit Renditeschwund, da sich vor allem die öffentliche Hand derzeit mit Neuanschaffungen zurückhält. An seinen beiden deutschen Omnibus-Standorten Mannheim und Neu-Ulm wird Daimler daher die Belegschaft um acht Prozent kürzen und künftig mehr Modelle in der Türkei fertigen, wo die Produktionskosten geringer sind. In Nordamerika stellte Daimler zuletzt die Verluste schreibende Produktion von Stadtbussen komplett ein. Die dortige Bus-Tochter Orion nimmt keine neuen Aufträge mehr an und wird nur noch die bestehenden Aufträge bis Anfang 2013 abarbeiten.

Die operative Umsatzrendite der vergleichsweise kleinen Daimler-Sparte Busse war im vergangenen Jahr um einen vollen Prozentpunkt auf 3,7 Prozent geschrumpft, für das laufende Jahr kalkuliert Daimler mit einem leichten Absatzrückgang. 2013 soll die Ertragskraft im Omnibus-Geschäft wieder auf sechs Prozent klettern. Mit dem Verkauf von Omnibussen erlöste Daimler als Weltmarktführer 2011 rund 4,4 Milliarden Euro. Rund jeder achte weltweit verkaufte Stadt- oder Reisebus beziehungsweise das Fahrgestell stammt aus dem Konzern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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