Rekordergebnis angepeilt
Sondereffekt treibt BMW-Gewinn

Rekordabsatz eingefahren, Rekordgewinn versprochen: Der BMW-Konzern will im laufenden Jahr ein Vorsteuerergebnis von vier Milliarden Euro erwirtschaften, das sind rund 22 Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr.

MÜNCHEN. „Damit soll das laufende Jahr das beste in der Unternehmensgeschichte werden“, sagte BMW-Chef Helmut Panke auf der Bilanzpressekonferenz in München. Die Börse reagierte positiv. BMW-Aktien legten rund 2,5 Prozent zu.

Die frühe Festlegung auf ein Ergebnisziel ist unüblich für BMW, Panke war im vergangenen Jahr mit Prognosen überaus vorsichtig. 2005 hat der Konzern mit den Marken BMW, Rolls-Royce und Mini seinen Absatz um 9,9 Prozent auf 1,3 Mill. Autos gesteigert. Der Vorsteuergewinn hingegen fiel mit knapp 3,3 Mrd. Euro gut acht Prozent niedriger aus als 2004. Dass BMW sich jetzt dennoch auf eine Ergebnisprognose zu Beginn des Jahres einlässt, begründet Panke mit den Erwartungen der Finanzmärkte, die BMW-Aktie wäre sonst wohl abgestraft worden.

Die Euphorie über das angestrebte Rekordergebnis hält jedoch nur auf den ersten Blick stand. Denn während im vergangenen Jahr die Optionsverpflichtungen auf ein Aktienpaket des Triebwerksherstellers Rolls-Royce das Vorsteuerergebnis mit rund 350 Millionen Euro belastet haben, wird im laufenden Jahr dasselbe Aktienpaket das Ergebnis um 350 Mill. Euro verbessern – BMW hat einen Großteil der Aktien im ersten Quartal verkauft. Saldiert ergibt dies fast eine Ergebnisverbesserung in Höhe der angekündigten 700 Mill. Euro. „Clever kommuniziert, würde ich sagen“, fasste HVB-Analyst Georg Stürzer das Manöver zusammen. Ein weiterer äußerer Umstand dürfte BMW bei der Erreichung des Ziels helfen. Während im vergangenen Jahr Währungs- und Rohstoffkosten mit einer Milliarde Euro auf das Ergebnis gedrückt haben, „werden diese Effekte weniger stark wirken als im Vorjahr“, sagte Panke, ohne weitere Zahlen zu nennen. Zudem sollen Absatzwachstum und ein besserer Produktmix das Ergebnis beflügeln.

Mehr Stückzahlen soll im laufenden Jahr vor allem die Marke BMW liefern – die Kleinwagenmarke Mini kann wegen der Erweiterung des Werkes in Oxford trotz hoher Nachfrage im laufenden Jahr nicht so viel produzieren wie 2005. Die weißblaue Kernmarke profitiert zurzeit von der 3er-Reihe, die seit einem Jahr in fünfter Generation am Markt ist. Sie bestreitet mit fast 40 Prozent den Löwenanteil des Absatzes und dürfte in diesem Jahr die Verkaufszahlen weiter anschieben.

Mittelfristig will BMW zwei neue Produktreihen ins Rennen schicken: Mit dem V5 wollen die Münchener ab 2008 in den Markt der Großraumlimousinen einbrechen, der X6 soll etwas später als sportliches Coupé mit Offroad-Charakter vor allem in den USA punkten; beide Modellreihen gelten aber eher als Nischenprodukte und dürften nicht mehr als jeweils 50 000 Einheiten pro Jahr bringen.

„Die großen Volumensprünge sind bei BMW erst einmal vorbei“, sagt Philipp Rosengarten von der Marktforschungsagentur Global Insight. Immerhin sei es gelungen, Mercedes als größten Premiumanbieter der Welt abzuhängen. Selber in der Spitzenposition, gelte es nun, die Rivalen auf Distanz zu halten, sagt Rosengarten. „Vor allem Audi hat in den vergangenen Monaten viel Boden gutgemacht“, beschreibt der Autoexperte die Situation. Er hält die Ingolstädter derzeit für den stärksten Konkurrenten von BMW.

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